Der Tee

Ich freue mich, dass ich immer mehr Rückmeldungen von Menschen bekomme, die meinen Blog verfolgen. Unter euch sind viele liebe alte Bekannte, die mich noch aus meiner Zeit in Baden-Württemberg und als aktive Distanzreiterin kennen und die mich nach meinen Pferden fragen …

Fast 20 und immer noch topfit! Foto: Ricarda Worries

Mein sicher erfolgreichstes und bekanntestes Pferd war der Tee. El Santee, geboren 1995, Vollblutaraber von Rinaldo (v. Ibn Galal 5), aus der Siyaka (v. El Mokari, ein El Shaklan Sohn). Der Tee zog als Vierjähriger bei mir ein und als ich mich in seinen Equidenpass als Besitzerin eintragen lassen wollte, sprach mich jemand aus dem Zuchtverband an, ob das Pferd so gut sei, wie das Papier. Oh ja, das war er!

Im Jahre 2000 bei seinem Umzug nach Stuttgart. Foto: Rainer Nardmann

Als Vierjähriger noch ziemlich reaktiv, übersensibel und nicht einfach zu reiten – eine falsche Bewegung im Sattel und er begann zu bocken … – wurde er im Laufe seines Lebens immer zuverlässiger. Und vielseitig war er, was haben wir nicht alles zusammen gemacht: A-Dressuren, Springstunden, unzählige Reiterrallyes, Urlaube am Wattenmeer, Wanderritte und natürlich Distanzritte. Letzteres war seine Passion: Bis 120 km in der Wertung war er bis zu seinem schicksalshaften Ritt in Nörten-Hardenberg, wo er sich auf einem Begleitritt der Deutschen Meisterschaft eine Vergiftung mit Phospohor und Arsen zuzog, immer in der Wertung.

Wanderritt ins Frankenland 2009.
Unser erster internationaler Distanzritt in Kreuth 2008. Foto: Rainer Nardmann
Dressur geht auch: 2014 bei einem Kurs mit Manuel Jorge de Oliveira.

Auch im Alter noch ein Charakterpferd, mein damaliges Nachwuchspferd, den kleinen Camargue Callison hat er nie akzeptiert, war der Tee bis kurz vor seinem Tod noch reitbar. Im Dezember 2018 musste ich ihn dann mit einer Dünndarmkolik erlösen lassen, ein schwerer Verlust. Er fehlt mir noch immer!

Ein Jahr vor seinem Tod – immer noch für jeden Quatsch zu haben. Foto: Assunta Gundlach.

Veröffentlichung in der Neuen Osnabrücker Zeitung

Meine Artikel über die Hundeschulen in Westerkappeln, den ich für die Ibbenbürener Volkszeitung erstellt habe, hat die NOZ nun ebenfalls abgedruckt:

https://www.noz.de/lokales/westerkappeln/artikel/2204280/westerkappelner-hundetrainer-koennen-im-lockdown-nur-sehr-eingeschraenkt-arbeiten

Hier der komplette Artikel für alle Interessierten:

Quelle: IVZ Medien GmbH & Co.KG, Ibbenbüren, 11.01.2021
 

Ausflugstipp Königstannen

Ich kenne die Königstannen noch aus der Zeit als ich noch kein eigenes Pferd hatte und mit meiner Reitbeteiligung aus Hollage dort ausgeritten bin. Ich wusste also, dass die sandigen Wege auch bei schlechtem Wetter gut begehbar sind und habe mich deshalb dorthin auf den Weg gemacht.

Da hier inzwischen auch ein Terra Track ausgeschildert ist, trifft man am Wanderparkplatz an der 1850 erbauten Hollager Mühle und im Wald deutlich mehr Menschen als früher. Zurecht, denn der Weg lohnt sich und ist vielfältig.

In den Königstannen wachsen Fichten, dort einst wegen ihres guten Ertrages angepflanzt wurden, keine Tannen – auch wenn beide Nadeln haben … Zwischen den Bäumen versteckt finden sich alte Grabhügel, die der Wanderer ohne die neuen Hinweisschilder wahrscheinlich schnell übersehen würde. Doch es lohnt sich, nicht nur auf den ausgeschilderten Wegen zu bleiben: Abseits der breiten Sandautobahnen (für die Reiter unter uns) gibt es dicht bewachsenen Wege mit schmalen Bachläufen. Den Sand auf den Wegen in den Königstannen haben wir übrigens der letzten Eiszeit zu verdanken.

Zum Rundweg durch die Königstannen gehört auch ein Teilstück des Stichkanals, der den Mittellandkanal ab Pente mit dem Osnabrücker Hafen verbindet. Der Stichkanal ist quasi eine Einbahnstraße und nur wenig befahren. Damit ist er ein Paradies für Enten – was wiederum den Hunden gefällt …

Der Weihnachtsbaum in den Königstannen hat Tradition und wird jedes Jahr geschmückt.

Ausflugstipp Neuharlingersiel

Im Moment scheinen die Ausflugsmöglichkeiten sehr begrenzt, aber noch darf man Tagesausflüge machen. Und ehrlich gesagt halte ich es für sinnvoller, alleine (oder fast alleine) durch die Natur zu streifen als sich mit Massen im Stadtpark zu tummeln.

Für kurze Ausflüge eignet sich Ostfriesland sehr gut. Im Sommer reise ich nicht so gerne an die deutsche Nordseeküste, weil es zu wenig Freilaufmöglichkeiten für Hunde gibt, im Winter ist es aber recht entspannt.

Neuharlingersiel liegt im Landkreis Wittmund und ist auch Ausgangpunkt für die Fähren nach Spiekeroog. Vom Parkplatz am Strand aus, kann man die Fähren beobachten und ist direkt am alten Kutterhafen. Um den alten Hafen herum gibt es einige Einkehrmöglichkeiten und im Lockdown zumindest einen empfehlenswerten Bäcker. Im Hafen selbst gibt es natürlich die Krabbenkutter zu bestaunen. Die Kutter fahren noch aktiv zum Fischen aufs Meer und auf manchen Kuttern kann man sogar mitfahren.

Neuharlingersiel ist für mich einer der schönsten Orte an der Nordeeküste, wenn auch nur im Winter, da man mit den Hunden sonst nicht an den Strand kann.

Parken kann man direkt am alten Hafen.
Die „Antares“ fisch noch aktiv, die „Lulu Meinders“ stammt noch aus dem Jahre 1963 und mit der „Gorch Fock“ können Ausflügler bis Spiekeroog fahren (v. l. n. r.)
Die rote „Sperber“ stammt aus dem Jahre 1956 und wird nicht mehr zum Fischen eingesetzt.
Am Sielhof führt ein schöner Wanderweg entlang.

Ausflugstipp Winter in Harlesiel

Da wir Silvester nicht in Osnabrück verbringen wollten, sondern etwas ruhiger draußen in der Natur, hatten wir uns auf den Weg an die Nordsee gemacht. In Harlesiel bei Carolinensiel haben wir dann einen netten Stellplatz am Meer gefunden. Von dort aus konnte man wunderbar an der Harle entlang Richtung Carolinensiel wandern und sogar ein Fischbrötchen ergattern – außer-Haus-Verkauf ist ja zum Glück noch möglich.

Der Strand selbst ist in Harlesiel nicht groß und für Hundebesitzer gibt es wohl im Sommer nicht so viele Möglichkeiten den Hund entspannt laufen und spielen zu lassen. Aber jetzt im Winter war das ganze Campingplatzgelände frei, sodass unsere Hunde ordentlich rennen konnten und die Silvesternacht dann bei wenig Geböller einfach entspannt verschlafen haben.

Am Strand konnte man ganz entspannt parken.
Leider kein Sandstrand. Für einen Ausflug im Winter nett, aber eher nichts für den Sommerurlaub.

Buchtipp für Reiter

Sonntag nachmittag im Januar, eine gute Gelegenheit das Bücherregal durchzuschauen … Im Pferdebuchregal habe ich ein Buch entdeckt, das ich euch gerne vorstellen möchte: Kathrin Roida „Gymnastizieren an der Hand“.

Ich habe Kathrin während meiner Tätigkeit für das Magazin Piaffe schon mehrmals getroffen und mit ihr auch schon Einheiten zum Thema Bodenarbeit und Arbeit an der Hand für das Heft erarbeitet. Ihre feine Art mit den Pferden zu arbeiten, schätze ich sehr.

In ihrem Buch werden zunächst die Grundlagen der Bodenarbeit erklärt. Sehr gut finde ich, dass auch gymnastizierende Übungen, Longieren vorwärts-abwärts (am Kappzaum, nicht an der Trense!) und Abkau- und Biegeübungen vorgestellt und erklärt werden. Gerade diese Übungen finde ich aus Sicht der Physiotherpeutin sehr sinnvoll – für alle Pferde, unabhängig von ihrem Ausbildungsstand.

Bei den dann folgenden versammelnden Seitengängen empfehle ich persönlich, sich von einem guten Trainer helfen zu lassen. So gut die Erklärungen auch sind, auch als Ergänzung zu gutem Unterricht, einen zweiten Blick auf das Pferd finde ich hier immer wichtig.

Im hinteren Teil ist das Buch sicher eher für die erfahrenen Handarbeiter unter uns gedacht. Galopp an der Hand, Piaffe und Passage sind schon eher was für Fortgeschrittene – aber man darf ja Ziele haben!

Kathrin Roida: Gymnastizieren an der Hand. Kosmos Verlag, Stuttgart, 2017. ISBN 978-3-40-14928-7

Hasefriedhof in Osnabrück

Auch in Osnabrück gibt es immer noch was zu entdecken: So zum Beispiel auf dem Hasefriedhof. Der Hasefriedhof wurde ebenso wie der Johannisfriedhof bereits 1808 angelegt – damals noch außerhalb der Stadtmauern. Auf beiden Friedhöfen wird seit 1995 niemand mehr bestattet, aber beide werden als parkähnliche Anlage erhalten.

Auf einem Rundgang über den Hasefriedhof erblickt man als Osnabrücker Grabstätten mit bekannten Namen: hier ruhen unter anderem der Fabrikant Otto Kromschröder, Felix und Agnes Schoeller, Friedrich Vordemberge-Gildewart und Karl Weiß, der für die von den Nazis ermordeten Sinti und Roma steht. Viele Grabstätten sind aber auch ohne große Namen sehenswert und ein Tipp auch für Schlechtwettertage.

Ende 2020

Silvesternachrufe zu erstellen ist 2020 wohl besonders schwierig. Nicht, weil es an Themen mangelt, sondern weil 2020 einfach ein besonderes Jahr war – für jeden von uns. Das alles beherrschende Thema ist und war Corona.

Es ist gerade eine komische Zeit, in der man sich manchmal fühlt, wie in einem schlechten Katastrophenfilm. Die Pandemie bestimmt unser aller Leben – mit unterschiedlichen Emotionen und Auswirkungen.

Nur zu gut kann ich mich an meine eigenen Worte aus dem Januar erinnern: „Das ist nicht gefährlicher als eine Grippe, macht euch keine Sorgen!“, so sprach ich zu einer Gruppe von Grundschülern, die ich zu der Zeit nachmittags betreute. Eigentlich stehe ich noch immer zu diesen Worten, ich möchte nicht, dass Grundschüler sich Sorgen machen müssen wegen der Corona-Pandemie.

Und dennoch muss ich immer wieder daran denken, dass dieser Satz nicht wahr war. Die Schülerinnen und Schüler hatten allen Grund sich Sorgen zu machen. Ihr ganzes Leben hat sich verändert, sie haben fast alle eine Zeit ohne Schule erlebt, sehen ihre Freunde in der Schule jetzt nur mit Maske und müssen Abstand halten zu Kindern aus anderen Jahrgängen. Ob sie zu Hause belastende Situationen erleben, kann ich teilweise nur erahnen. Manche zumindest leben mit vielen Personen in zu kleinen Wohnungen, andere wiederum haben Eltern, die selbständig sind. Ich weiß, dass die Kinder von den finanziellen Sorgen der Eltern leider oft mehr mitbekommen als gut für sie ist. Und es sind nicht nur die Kinder, die unter den veränderten Umständen leiden.

Für mich selbst waren die Einschränkungen im Frühjahrs Lockdown eigentlich ganz erträglich. Ich gehe gern Essen und mag (Punk-)Konzerte, aber ein paar Wochen geht es schon auch mal ohne … Mein Hobby Reiten konnte ich relativ uneingeschränkt weiter betreiben, da die Tierversorgung durch das Tierschutzgesetz weiter gewährleistet wurde. Ich hatte sogar mehr Zeit dazu, denn als Risikopatientin war ich irgendwann nur noch eingeschränkt als Pädagogin in Einrichtungen tätig. Eigentlich eine ganz komfortable Situation.

Noch vor dem Frühjahrs-Lockdown hatte ich meinen zukünftigen Hund Paul kennengelernt, für den ich in diesem Jahr dann glücklicherweise ausreichend Zeit hatte. Ein positiver Nebeneffekt. Außerdem konnte man sich ja draußen zum Spazierengehen treffen, ich hatte also weiterhin die Möglichkeit meine Sozialkontakte zu pflegen.

Als belastend habe ich die Sorge um die Eltern und andere ältere Verwandte empfunden. Ich darf meinen Onkel, der in einem Altersheim lebt, nicht mehr besuchen und eine ältere Tante hat Angst mich zu treffen – auch draußen. Zudem erlebe ich, wie wohl jeder andere auch, in meinem privaten Umfeld Menschen, die psychisch vorbelastet sind und denen die Einsamkeit zu schaffen macht und die unter verstärkten Ängsten leiden.

Zu diesem Jahr gehören auch die unterschiedlichen Wahrnehmung der Coronapolitik und der Proteste dagegen. Doch anders als bei anderen Protestbewegungen wie beispielsweise der Anti-Atomkraftbewegung oder „Friday for future“ beobachte ich bei den Protesten gegen die Coronapolitik eine Ausgrenzung der Protestierenden, die zu einer massiven gesellschaftliche Spaltung führt. Und so werden Menschen ausgegrenzt, die durchaus zum Reden bereit sind, die zum Teil ganz verständliche Argumente vertreten und eigentlich gar nicht so weit weg sind, von denen, die lieber nicht mehr mit ihnen reden. Wir spalten eine Gesellschaft, die eigentlich mit vereinten Kräften gegen den Auswirkungen der Pandemie (und gegen Rechts!) zusammenstehen müsste.

Für 2020 wünsche ich mir natürlich ein Ende der Coronapandemie und mehr Offenheit und Solidarität. Und Gesundheit! Für alle, die mir und euch am Herzen liegen!

Das ist er, der neue Mitbewohner 2020.

Buchtipp und eine weitere Wanderung im Osnabrücker Land

Der Naturpark Terra Vita Natur- und UNESCO Geopark ist etwa 1.550 km² groß und inzwischen auch als UNESCO Global Geopark ausgezeichnet. In dem Gebiet zwischen Porta Westfalica, Hörstel, Bielefeld und Herzlake gibt es etwa 2800 km Wander- und Rundwege. Einige der Terra Vita Touren im Osnabrücker Land bin ich schon gelaufen, aber der Weihnachtsurlaub zu Hause war ein guter Anlass, mir noch ein paar weitere Routen anzusehen.

Auf der Suche nach einem neuen Wanderführer bin ich dabei auf den Band „25 neue Tageswanderungen im Osnabrücker Land“ gestoßen, den ich jedem, der gerne im Raum Osnabrück wandern geht, ans Herz legen möchte. Einige der Touren, wie z. B. die im Oppenweher Moor und die im Freeden, habe ich bereits im Blog vorgestellt, andere werden folgen. Die Streckenverläufe sind übersichtlich dargestellt, anhand der Beschreibungen kann man sich vorab gut informieren und dann unterwegs meist auch ohne weitere Karten problemlos orientieren, nicht zuletzt weil die Wanderungen generell super ausgeschildert sind.

Terra Vita: 25 neue Tageswanderungen im Osnabrücker Land. Verlag Meinders & Elstermann GmbH & Co. KG, Belm.
ISBN 978-3-88926-829-7

Heute haben wir uns die Tour Hilter – Blauer See rausgesucht und uns aber auf die Strecke zwischen Lernstandort Noller Schlucht und Blauer See beschränkt. Letztendlich war es so matschig, dass wir nicht bis zum Blauen See gewandert sind, sondern eine etwa 5 Kilometer lange Tour über Petersbrink und Schollegge gemacht haben. Schön war es aber trotzdem!