Histaminarmes Dinkel–Reis–Hafer-Brot

Bei Brot bevorzuge ich Dinkelmehl oder Mischungen mit Dinkelmehl. Glutenfreies Brot hingegen schmeckt mir von der Konsistenz her nicht so gut und Sauerteige vertrage ich nicht. Deshalb hier nun ein sehr gut verträgliches (zumindest für mich, bitte vorsichtig testen, ob du es auch verträgst) Dinkelmischbrot mit extra kurzer Teigführung.

Zutaten:

300 g Dinkelmehl (ich nehme 1050er)

120 g Reismehl

80 g Hafermehl

1 Päckchen Trockenhefe (7 g)

2 TL Salz

1 TL Honig

2 EL Olivenöl oder Rapsöl

390–410 ml warmes Wasser (handwarm)

1 EL Sonnenblumenkerne

1 EL Kürbiskerne

Den Teig zusammenrühren, aber Achtung, Dinkelmehl nicht „überrühren“, sonst wird das Brot zu fest. Den Teig abgedeckt etwa 30-40 Minuten gehen lassen. Nicht zu lange, damit sich nicht so viel Histamin bildet.

Anschließend falte ich den Teig und lege ihn in die Backform. Gerne nutze ich eine aus Silikon. Ist sie aus Metall, dann lege ich sie mit Backpapier aus. Dort lasse ich das Brot nochmal etwa 20 Minuten gehen. Währendessen heize ich den Backofen vor: Zunächst das Brot 10 Minuten bei 220 Grad Ober- und Unterhitze backen, dann die Hitze reduzieren und etwa 30 Minuten bei 200 Grad fertig backen.

Dieses Brot bleibt durch das Reis- und Hafermehl auch morgen noch weich, entwickelt keine Nachsäuerung und ist deshalb ideal bei Histaminintoleranz und Mastzellproblemen.

Einziger Nachteil dieses leckeren Brotes ist, dass ich immer viel zu viel davon esse 😀

Vegane, glutenfreie Kokos-Apfel-Muffins

Muffins sind eine super Alternative zu Süßigkeiten (die ich tatsächlich gar nicht mehr esse bzw. essen kann) und deshalb backe ich gerne zwischendurch ein paar verträgliche Muffins. Diese hier funktionieren super vegan und glutenfrei. Wer möchte, kann natürlich den Zucker ersetzen. Ich mag diese Zuckeraustauschstoffe nicht so gern, deshalb nehme ich einfach dunklen Rohrzucker.

Zutaten:

300 g glutenfreie Mehlmischung von Schär

½ TL Weinstein Backpulver

120 g Rohrzucker

1 TL Vanillezucker (uns ist es auch ohne süß genug …)

60 g Kokosraspeln

250 ml Kokosmilch

1 mittelgroßer Apfel, mit Schale grob gerieben

Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Mehl, Backpulver, Zucker, und Kokosraspeln vermischen, Kokosmilch dazugeben und zu einem glatten Teig verrühren. Geriebenen Apfel vorsichtig unterheben.

9 Muffinförmchen füllen, 30–35 Minuten backen.

Leckere Zwischenmahlzeit für den Heißhunger auf Süßes. Das Rezept reicht für 9 Muffins, einen musste ich gleich probieren 🙂

Mein Leben mit RyR1-Myopathie und Mastzellaktivierungssyndrom – ein ganz persönlicher Beitrag

Ihr wisst ja schon, dass ich erkrankt bin und meine Redaktionstätigkeit komplett eingestellt habe. Auch meine Tätigkeit als Pädagogin kann ich nicht mehr ausüben. Aber warum und was bedeutet das? Das möchte ich versuchen ein bisschen zu erläutern – eine Art therapeutisches Schreiben vielleicht.

Bei mir begann die Krankheit sich vor allem durch immer wiederkehrende Muskelschmerzen zu manifestieren. Die Schmerzen sind so stark, dass normale Schmerzmedikamente wirkungslos bleiben, schlafen lässt es sich damit selbstredend nicht. Die Suche nach der Ursache begann im Rheumaspektrum, aber nach erfolgloser Behandlung wurde klar, dass ich keine Erkrankung aus diesem Bereich habe. Auch Fibromyalgie konnte irgendwann ausgeschlossen werden.

Die Internistin, die meine Schilddrüse behandelt, brachte mich irgendwann auf die Idee, dass die Mastzellen beteiligt sein könnten. Ich weiß noch, wie ich mich in einer schlaflosen Nacht in das Thema MCAS eingelesen habe und dann ganz aufgeregt meinen Mann geweckt habe: Das ist es!

Die Symptome der Mastzellerkrankung sind leider extrem vielfältig: Blutdruckschwankungen, Synkopen, Herzrasen, Herzklopfen und Schwindel, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall sind häufig, Gastritis und Gastroenteritis kommen vor, aber auch juckende Augen, verstopfte Nase, zuschwellender Hals, gereizte Schleimhäute, Kurzatmigkeit oder Asthma, Tinitus ist möglich, Juckreiz und Hitzewallungen, Urtikaria, Muskelschmerzen, Verspannungen, Gelenkschmerzen, Restless Legs, Tremor und nicht zuletzt die schwere Erschöpfung namens Fatigue. Ehrlich gesagt reicht z. B. schon Schwindel oder Arrhytmie am Herzen aus, um einem den Tag komplett zu vermiesen – tagelang liegt man dann danieder.

Alle diese Symptome können durch unterschiedliche Trigger ausgelöst werden. Und wenn ich mich rückbesinne, wird mir klar, was alles davon bei mir schon zu Problemen geführt hat.

„Wie auch bei der Mastozytose gibt es zahlreiche Auslöser (sogenannte Trigger), die auch von Betroffenem zu Betroffenem variieren können.

Als Trigger wurden schon beschrieben:

  • Medikamentenunverträglichkeiten
    • Insbesondere auch bei Salicylaten
    •  Kodein, Polymyxin B, Morphium, Dextran, Aspirin, Alkohol, Farbstoffe, Lokale Betäubungsmittel, Röntgenkontrastmittel. Besondere Vorsicht ist empfohlen bei Narkosen, da auch einige der üblicherweise für die Anästhesie verwendeten Medikamente Histaminfreisetzungen auslösen können.
    • Insektengift, Tiergift
      • Bienen, Wespen, Quallen, Schlangen, etc.
    • Nahrungsmittel & Gerüche
      • Histaminhaltige Lebensmittel wie Käse, Fisch, Geräuchertes
      • Konservierungsmittel
      • Farbstoffe und künstliche Aromen
      • starke Gerüche
      • heiße, scharfe Speisen
      • Alkohol
    • physische Faktoren
      • Temperaturwechsel, Hitze, Kälte, Sonnenlicht
      • Reibung, Ruckeln, Massagen, Physio
      • körperliche Anstrengung, Sport
    • psychische Faktoren
      • Aufregung, emotionaler Stress
      • Schlafmangel
    • Infektionen
      • insbesondere virale Infekte
    • Hormone
      • Schilddrüse, Zyklus
    • Allergene und Impfungen

So, wer sich durch diesen ganzen Text gelesen hat, der weiß nun, dass MCAS tückisch ist – schwer zu diagnotizieren (kennt kaum einer, obwohl wahrscheinlich 17 % der Bevölkerung betroffen sind), Auslöser sind schlecht oder gar nicht zu vermeiden und das Ganze ist leider noch dazu nicht gut zu behandeln. Man versucht zwar die Trigger zu vermeiden, was beispielsweise bei histaminreicher Nahrung noch machbar ist, aber bei Hitze oder auch (positivem) Stress echt schwierig bzw. unmöglich. Medikamentös sind das vorallem Antihistaminika, die zur Anwendung kommen, aber eine echt Behandlung gibt es (noch) nicht.

Zudem sind meine Muskelschmerzen, die Muskelschwäche und auch die Krämpfe nach Belastung so stark, dass MCAS als Begründung nicht ausreichte und wir weiter gesucht haben. Inzwischen wurde eine genetisch begründete Muskelerkrankung (RyR1-Myopathie) gefunden, deren Erforschung noch nicht weit fortgeschritten ist. Das begründet, wieso meine Muskulatur so stark betroffen ist. Die Muskelerkrankung geht mit deutlicher Muskelschwäche, Muskelabbau und Krämpfen einher. Waren anfangs nur der Rumpf und die Beine betroffen, so habe ich inzwischen auch massive Probleme in Armen und Händen. Und auch die Myopathie führt zu Fatigue: „Fatigue ist eine krankhafte, anhaltende Erschöpfung, die sich durch Ruhe oder Schlaf nicht wesentlich bessert und sowohl körperliche als auch kognitive Leistungsfähigkeit deutlich einschränkt. Für Betroffene bedeutet sie oft einen massiven Verlust an Energie, Belastbarkeit und Alltagsfunktion – selbst einfache Tätigkeiten können überwältigend werden.“ (ChatGPT)

Aber was bedeutet das alles im Alltag für mich? Viele von euch kennen mich über die Pferde. Mein (fast) ganzes Leben haben mich meine Hunde und Pferde begleitet, ich hatte bis zu drei eigene Pferde, habe sie jahrelang in Eigenregie gehalten und u. a. Wettkämpfe bis ins internationale Niveau im Distanzsport bestritten.

In den letzten Jahren haben die Einschränkungen schon dazu geführt, dass ich nur noch freizeitmäßig geritten bin und ganz zum Schluss zwei Fohlen aus der wunderbaren Canela gezogen habe. Leider wurde mir auch der regelmäßige Umgang mit dem Pony zu viel, die Versorgung und Bewegung bei Hitze und Kälte (siehe Trigger) haben mich völlig überfordert. Jahrelang habe ich herausgezögert, was ich nicht wahrhaben wollte – Pferdehaltung geht für mich nicht mehr. Canela ist in ein ganz tolles neues zu Hause gezogen. Ich vermisse sie sehr. Es fällt mir schwer, diese Zeilen zu schreiben. Aber es ist so, ich lebe ohne das beste Pony der Welt.

Und ich kann keine längeren Strecken mehr gehen, nicht lange stehen. Also weder wandern, noch Spaziergänge mit meinem Hund Paul machen. Ohne meinen Mann könnte ich den Paul auch nicht mal mehr ansatzweise auslasten. In guten Momenten bringe ich ihm (und unserer Goldie-Hündin Lotta) Tricks bei, die Hunde werden älter und teilen sich mit mir die Gymnastikmatte und die Balancepads.

Der Verlust der Unanhängigkeit und der sozialen Teilhabe ist hart. Mit meiner Erkrankung sitzt man nicht mehr abends in der Kneipe und trinkt ein Bierchen, man besucht auch keine Konzerte mehr und steht dort mehrere Stunden bei lauter Musik. Man besucht keine Partys und wenn die anderen Feierabend haben und sich über ein gemütliches Treffen freuen würden, liegt man völlig erschöpft auf dem Sofa – wartend auf die nächste schmerzhafte, schlaflose Nacht.

Wenn man doch mal verabredet ist, die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man ziemlich sicher kurzfristig ab, weil man einfach nicht mehr kann (sorry, ich bin eigentlich nicht unzuverlässig!). Eine chronische Erkrankung schränkt ein, auch wenn man sie auf den ersten Blick nicht immer sieht …

Selbstgemachte Bärlauchpasta mit Mangold für Histaminintoleranz geeignet

Pasta essen wir fast nur noch selbstgemacht, sie schmeckt einfach zu lecker und lässt sich immer wieder individuell anpassen. Dieses Mal habe ich die Pasta mit Bärlauch verfeinert, das Rezept ist wirklich einfach.

Hier erfahrt ihr, warum ich Weizenmehl verwende.

Auch für diese Pasta habe ich Weizenmehl Typ 405 und Hartweizengrieß benutzt. Das Rezept ist deshalb für Menschen, die Weizen bzw. Gluten nicht vertragen, nicht geeignet. Wer stattdessen Dinkelmehl verwenden möchte, sollte den Teig mit Ei anrühren, damit er besser klebt. Denkt dran, das Ei von der benötigten Flüssigkeitsmenge abzuziehen.

Den Bärlauch gibt es ganz praktisch aus der Tiefkühltruhe, da er gerade keine Saison hat.

Dazu gibt es Mangold, der wächst im heimischen Garten. Laut SIGHI-Liste ist er 1 = „mäßig verträglich, geringfügige Symptome, gelegentlicher Konsum kleiner Mengen wird oft toleriert“, andere Quellen geben an, das er wenig Histamin enthält. Probiert es vorsichtig aus. Ich vertrage ihn zumindest gut.

Bandnudeln sind super einfach herzustellen.

150 g Bio-Weizenmehl Typ 405

150 g Hartweizengrieß

ca. 75 ml Wasser

1 Esslöffel kleingeschnittener Bärlauch

400 g Mangold

1 Schalotte

1 kleiner Löffel hefefreier Gemüsebrühe

1 Prise Gewürzsalz

1 Prise Paprika

Den Teig zubereiten und ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen, dann ausrollen bzw. in die Teigmaschine geben und nach Anweisung weiter verarbeiten.

Zuerst werden die Stiele vom Mangold verarbeitet.

Ca. 400 g Mangold waschen und putzen, die Stiele und die mittlere Strebe aus den Blättern kleinschneiden und falls verträglich mit einer Schalotte anbraten. Alles zusammen ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze ziehen lassen. Anschließend die kleingeschnittenen Blätter hinzugeben und mit durchziehen lassen. Ich würze die Blätter gerne direkt mit hefefreier Gemüsebrühe.

Währenddessen die Nudeln ca. 4-5 Minuten kochen kassen.

Anschließend würze ich den Mangold mit Gewürzsalz und mildem Paprika und mische ihn unter die fertige Pasta.

Guten Appetit!

Veganes, selbstgemachtes Pesto aus Möhrengrün und Kohlrabiblättern – Reste aus dem Garten verwerten

Ich versuche einen Teil meines Gemüses in zwei Hochbeeten selbst anzubauen. Gerade Kohlrabi und Möhren sind dieses Jahr gut gewachsen und ich finde es schade, nur die Möhren bzw. den Kohlrabi zu verwenden und die Blätter wegzuwerfen. Das unten angegebene Pesto lässt sich auch aus jeweils dem Grün einer der beiden Gemüsesorten zubereiten, wobei mir die Mischung am besten schmeckt.

Kohlrabiblätter haben einen kräftigen Geschmack. Ich nutze lieber die kleineren jüngeren Blätter, die großen sind etwas zu fest.

Wenn das Gemüse nicht aus dem eigenen Garten ist, würde ich welches aus Bioanbau verwenden, damit es nicht schadstoffbelastet ist.

Möhrengrün ist sehr schmackhaft und viel zu schade zum Wegwerfen.

Die Nutzung von Nüssen ist bei Histaminintoleranz nicht unumstritten. Laut SIGHI-Liste sind nur Pistazie, Macademia und Paranuss sowie Erdmandel und Tigernuss geeignet. Ich verwende inzwischen auch normale Mandeln und geringe Anteile von Cashew, beide laut der Liste mit einer „1“ gekennzeichnet (= „mäßig verträglich, geringfügige Symptome, gelegentlicher Konsum kleiner Mengen wird oft toleriert“). Ob du diese Nüsse ebenfalls verträgst, musst du ggf. vorsichtig testen. Das Pesto kann aber auch nur mit Pistazien herstellt werden. Wenn du gesalzene Pistazien verwendest, solltest du komplett auf die weitere Zugabe von Salz verzichten. Auch bei den Pistazien würde ich auf Bioqualität achten, herkömmliche sind oft regelrecht versalzen.

Für die Verarbeitung des Pestos kann man am besten einen Hochleistungsmixer verwenden. Der Mixer meiner Küchenmaschine gerät dabei tatsächlich schnell an seine Grenzen, weshalb ich teilweise auch einen Pürierstab nutze.

Das fertige Pesto solltest du unbedingt mit ausreichend Öl bedecken, damit es nicht verdirbt.

Veganes Pesto aus Möhrengrün und Kohlrabiblättern

Möhrengrün von 2-3 Möhren

Kohlrabiblätter von 1-2 Kohlrabi

1 Handvoll Nüsse nach Wahl: Pistazien oder Pistazien + Mandeln

reichlich Olivenöl

evtl. etwas Gewürzsalz, Basilikum

Gib zunächst die Nüsse in den Mixer und mahle sie klein. Dann nimm sie heraus und püriere das Gemüse. Wenn du beide Gemüsesorten nutzt, dann zerkleinere zumächst das Möhrengrün und gib dann nach und nach Teile der Kohlrabiblätter hinzu. Wenn das Gemüse klein genug ist, fülle mit hochwertigen Olivenöl auf und füge die Nüsse hinzu. Dann würze eventuell mit etwas Salz und italienischen Kräuter wie Basilikum und rühre das Ganze noch einmal kurz unter. Basilikum wird bei zu langem Rühren schnell bitter.

Die fertige Masse kannst du in kleine Gläser füllen und gut mit Öl bedecken. Gut verschlossen hält sich das Pesto etwa eine Woche.