Reisen mit MCAS: Norwegen mit dem Wohnmobil

Dieses Jahr haben wir uns einen Traum erfüllt: eine Reise mit dem Wohnmobil nach Norwegen. Während der Planung hatte ich echt Sorge, dass ich das alles nicht schaffe, da es mir 2025 eher schlechter ging als letztes Jahr. Die Mastzellerkrankung (MCAS) ist progredient, ME/CFS steht im Raum, eine genetische Muskelerkrankung ist unklar und die Schilddrüsenautoimmunerkrankung Morbus Basedow war auch aktiv. Bei all der Sorge siegte die Neugier auf Norwegen und ehrlich gesagt kann ich im Wohnmobil ja genauso rumliegen, wie ich das Zuhause auch oft muss. Aber das kühlere Klima hat mir gut getan und ich habe die Urlaubstage mit viel Pacing und Ausruhen relativ gut überstanden.

Mein Mann Jens hatte dieses Jahr drei Wochen Urlaub und so sind wir ganz entspannt über Dänemark Richtung Norwegen gestartet. Wir fahren täglich nicht mehr als 200-300 Kilometer, sodass meine Mastzellen anschließend ausreichend Zeit zur Beruhigung haben. Mein Essen habe ich größtenteils dabei, sodass ich eigentlich nur Obst und Gemüse frisch dazu kaufen muss. So gehe ich bei der Ernährung kein Risiko ein.

Bewusst haben wir die Fähre von Hirtshals nach Kristiansund gewählt, die Fahrt ist kurz und ich habe sie als stressfrei für mich und die Hunde empfunden.

Norwegen in Sicht!

An Norwegens Südküste haben wir natürlich den berühmten Südkap besucht, das Lindesness Fyr. Die Anfahrt ist etwas mühsam und man landet nach der Fahrt erstmal auf einem überfüllten Parkplatz. Ich konnte dann gar nicht zum berühmten Leuchtturm gelangen, da der Weg dorthin über viele Treppen führt und es keine behindertengerechte Alternative gab.

Wir haben uns eine Zwischenübernachtung an einem kleinen Fjord gesucht und sind weiter nach Stavanger. Ein entzückender Ort, der eine tolle Altstadt hat. Die kurze Stadtbesichtigung war wunderschön. Nach einer unspektakulären Übernachtung am Stadtrand sind wir an den atemberaubenden Lysefjord gefahren.

Stavanger ist wirklich süß!
Was für ein Ausblick!

Der Lysefjord ist über 40 km lang und seine Felswände sind bis zu 1000 Meter hoch. Jens hat mich eine kleine Seitenstraße am nahezu uferlosen Fjord entlangkutschiert – mit unvergleichlichen Aussichten!

Auf der Weiterfahrt hat uns das typisch nasse Norwegenwetter erwischt. Teilweise fuhren wir direkt an den Wasserfällen vorbei, von allen Bergen floss das Wasser und wir konnten zahlreiche Wasserfälle an und auf den Straßen bewundern.

Wasser von allen Seiten. Auch über die Straßen liefen die Wasserfälle.
Wasser gibt es in Norwegen auf jeden Fall genug. Hier auf der traditionellen Route durchs Suldal.

Zum Pacen war das Wetter natürlich super. Aber ehrlich gesagt ist es auch ein bisschen nervig, nach jedem Verlassen des Wohnmobils klatschnasse Hunde zu haben. Zum Glück hatten wir ausreichend Regenklamotten dabei und die Heizung im Womo hat alles immer zuverlässig wieder getrocknet.

Regenpause in Sande. Zeit zum Lüften!

Nach einer Zwischenübernachtung direkt am Fjord in Sand sind wir durchs Oddatal gefahren – im Gegensatz zu den anderen Touristen brauchen wir auch nicht am Latefossen anhalten, wir hatten bis dahin schon genug Wasserfälle gesehen.

Latefossen – im Vorbeifahren.

Wasserfälle hatten wir schon genug und Odda hat uns auch nicht gefallen, zu touristisch, sodass wir etwas nödlich am Sorfjord einen kleinen Campingplatz aufgesucht haben. Es hat schon etwas faszinierendes in den Obstbaumwiesen zu stehen und auf den Gipfeln Schnee zu sehen!

Paul am malerischen Sorfjord.

Unsere Route führte uns weiter nach Eidfjord. Bei den Massen, die dort durch den Ort geströmt sind, konnten wir nur weiterfahren. An der nächsten Sehenswürdigkeit, dem gigantischen Voringfossen, war es auch recht voll, aber dennoch einen Besuch wert: 182 Meter tief stürzt das Wasser von der Hardangervidda Hochebene in das Måbøtal.

Malerisches Eidfjord mit einem Kreuzfahrtgiganten …
Der Voringfossen. Einfach nur zum Staunen!
Regenbogen über der Hardangervidda.

Übernachtet haben wir dann auf der Hardangervidda an einem Stausee. Malerischer geht es fast nicht mehr.

Wir haben nur kurze Spaziergänge gemacht, aber die Hardangervidda ist bekannt als Wanderparadies!

Über sehenswerte Touristenrouten und malerische Plätze zum Freistehen ging es für uns weiter Richtung Jotunheimen Nationalpark. Schneebedeckte, imposante Berge, idyllische Parkplätze an jeder zweiten Kurve – wir sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen und haben direkt vor Ort übernachtet. Auf der Hochebene haben uns nachts Rentierherden besucht. Was für ein Erlebnis!

Wenige Schritte vom Auto entfernt: diese Weite ist unbeschreiblich!
Immer die schneebedeckten Berge im Hintergrund.
Die Rentiere am Bach, an dem gerade noch unsere Hunde gespielt haben – vom Camper aus fotografiert!

Natürlich mussten wir an einem der nächsten Highlights einen Stopp machen: Die Route Valdresflye führt am smaragdgrünen See Gjende vorbei. Viele Wanderer starten hier die berühmte Wanderung über den Besseggen-Grat. Wir wollten zumindest den See bestaunen, zu dem uns Touristenbus mitgenommen hat.

Ja, am Gjendesee war es kalt.
Und trotzdem konnten wir anschließend am nächsten See freistehen und gemütlich draußen sitzen. So mag ich Camperleben!

So wechselhaft wie die Landschaft war auch unser Wetter. Wenige Kilometer weiter konnte man abseits der Touristenströme in der Sonne sitzen.

Unsere Begeisterung für die Landschaft bestimmte den weiteren Weg. Trotz des mäßigen Wetters beschlossen wir, den Sognefjellsvegen zu nehmen. Der höchste Pass Nordeuropas (1434 Meter) bietet spektakuläre Ausblicke auf die Gletscherwelt. Wir sind in Lom im Osten gestartet und bis Gaupne am Sognefjord im Westen gefahren. Etwas abseits des Sognefjellsvegen, einer der ältesten Verbindungen von West- und Ost-Norwegen, haben wir auf einem kleinen Parkplatz im Nebel übernachtet und wurden morgens mit einer spektakulären Aussicht belohnt.

Ob Paul auch die Aussicht genießt?

Da die Gletscher auf der Route nur aus der Ferne zu bestaunen waren, musste ich unbedingt noch etwas näher heran. Das ist natürlich nicht ganz so einfach, wenn man nicht kilometerweit laufen kann und so haben wir uns für einen Ausläufer des Jostedalsbreen entschieden. Der Supphellebreen in der Nähe Dorfes Fjærland ist ein Seitenarm des Hauptgletschers Jostedalsbreen und ist gut mit dem Auto zu erreichen – zumindest wenn man immer weiter fährt, auch wenn die Straße nicht den Eindruck macht, eine offizielle Route zu sein … Aber so haben wir einen Parkplatz gefunden, von dem aus man die Gletscherzunge gut sehen konnte.

Diese Farbe ist einfach unglaublich! Und nein, da ist kein Filter drüber gelegt.

Das Wetter war uns dann etwas gnädiger gesonnen und wir sind über das Hemsedal langsam wieder südlicher gefahren.

Ein Land voller Wasser …
… und Berge!

Zunächst hatten wir die Idee uns Oslo anzusehen, weil ich gerne einmal ins Munch Museum gehen würde, aber die Stellplätze in der Stadt sind alle viel zu weit davon weg. Natürlich haben wir versucht einen Parkplatz in der Nähe zu bekommen, meist haben wir ja Glück, sodass ich nicht weit laufen muss, aber das hat leider nicht geklappt. So sind wir dann weiter an die Westküste Schwedens gefahren, um in der letzten Urlaubswoche einfach ein bisschen in der Sonne sitzen zu können.

So gehts 🙂
Auch das ist Camping: selbstgemachte glutenfreie Apfelmuffins.
Die beiden weltbesten Urlaubshunde, die sich tapfer überall hinkutschieren lassen und eigentlich alles toll finden – naja, zumindest Lotta findet es überall schön.
Mitten in der Nacht am Ende einer wunderbaren Reise mit dem wohl teuersten Kaffee meines bisherigen Lebens auf der Fähre mit dem weltbesten Ehemann, der diese Fahrt erst möglich gemacht hat!

Mit meinem Bericht möchte ich anderen Betroffenen Mut machen, dass man trotz der großen Probleme mit MCAS (und anderen Erkrankungen) im Alltag noch reisen kann. Natürlich ist das mit Einschränkungen verbunden und klappt bei mir beispielsweise nur, weil mein Mann uns fährt und alles rund um die Alltagsversorgung übernimmt. Ich habe es auch schon erlebt, dass mich die Fahrt in den Urlaub überfordert hat und ich dann richtig flach lag, aber andererseits ist es für mich angenehmer im Sommer in Skandinavien zu sein als bei 30 Grad zu Hause – Hitze ist für meine Erkrankung ein starker Trigger. Ich finde es zwar traurig, keine tollen Wanderungen machen zu können, zumal ich wirklich gerne mit den Hunden am Strand oder in den Bergen unterwegs war, aber ich versuche zu genießen, dass ich an diesen schönen Orten sein kann – und hoffe, andere können das auch.

Ich schreibe das hier nicht, weil ich Mitleid möchte oder jammern will, sondern um Mut zu machen, dass es klappen kann, etwas so schönes zu erleben!

Buchtipp: Marco Polo Outdoor Guide Ostfriesland & Ostfriesische Inseln

Im Frühsommer habe ich meine Eltern nach Dangast begleitet und was liegt da näher, als sich einen Reiseführer für die Region anzusehen. Wir kennen uns dort natürlich gut aus, aber umso schöner ist es ja, vielleicht noch etwas Neues zu entdecken.

Der Band ist nach Regionen aufgeteilt, vom Westen mit Emden und Borkum bis nach Friesland und Wilhelmshaven im Osten. Zu jeder Region gibt es eine Übersicht „Auf einen Blick“, „Highlight-Touren“, „Mehr erleben“ und „Lokale Spezialitäten“.

Das Layout ist magazinmäßig, modern und super übersichtlich und es lässt sich mit einem Blick erfassen, wie lang beispielsweise die vorgeschlagenen Touren sind.

Ob man es immer praktisch findet, erst unter den Highlights etwas zu einem Ort zu finden und dann wieder unter den Erlebnissen lasse ich mal offen. Ich persönlich finde diese Struktur etwas verworren. Aber das liegt natürlich am Reihenkonzept dieses Reiseführers und nicht am Wissen der Autorin Maria Berentzen, die sich in der Region hervorragend auskennt und eine Menge Ausflugstipps auf Lager hat. Aktivitäten im und am Wasser finden sich hier ebenso wie Radtouren und Naturerlebnisse. Die Tracks lassen sich natürlich downloaden.

Vielleicht nicht unbedingt ein Geheimtipp, aber definitiv wunderschön: Sonnenuntergang in Dangast.

Ich habe auch tatsächlich noch Highlights und Aktivitäten gefunden, die ich in Ostfriesland noch nicht kannte … nicht nur deshalb finde ich diesen Reiseführer durchaus empfehlenswert.

Maria Berentzen: MARCO POLO OUTDOOR GUIDE Reiseführer Ostfriesland & Ostfriesische Inseln: Mit rund 150 Outdoor-Erlebnissen für alle, die am liebsten draußen sind. MAIRDUMONT, Ostfildern, 2025. 978-3575021687

Buchtipp: Reiseführer für Wohnmobile in Norwegen

Diesen Sommer ist es so weit, wir wollen mit dem Wohnmobil nach Norwegen. Ich freue mich riesig, habe aber natürlich deutlich Respekt vor der langen Strecke und Sorge, dass mich das überfordert und ich dann vor Ort flachliege. Das ist mir nämlich im Frühsommer mit der viel kürzeren Strecke an die ostfriesische Nordseeküste bereits passiert.

Umso genauer plane ich die Strecke und achte auf ausreichende Ruhezeiten. Wir werden die Fähre ab Kiel nehmen, sodass die Anfahrt nicht zu weit ist und ich nicht zu lange im Auto sitzen muss. Vor Ort planen wir dann eher kurze Routen und längere Aufenthalte. Seit Wochen wälze ich Reiseführer, um schöne Orte zu finden, an deren ich nicht weit laufen muss und trotzdem die wunderbare Natur genießen kann.

Zwei Reiseführer speziell für Wohnmobilreisende, die ich in den letzten Wochen studiert habe, möchte ich euch heute vorstellen.

Der erste Band „Camper Guide Südnorwegen“ aus dem Hause Marco Polo hat mir gut gefallen. Es werden sieben ganz unterschiedliche Touren vorgeschlagen, die sich teilweise miteinander kombinieren lassen. Auch wenn ich keiner der Routen exakt folgen werde, so hat mir doch die Aufbereitung der Strecken und die Darstellung der Highlights einige Inspirationen gegeben. Das liegt zum einen an den großformatigen Fotos – großartige Landschaften sind immer verlockend, zum anderen aber auch an den praxisnahen Tipps zu den Stellplätzen auf den Routen. Findet man diese doch sonst oft nur in den einschlägigen Apps. Zudem bietet dieser Reiseführer auch attraktive Reiseziele abseits der üblichen Touristenrouten, das ist definitiv ein Pluspunkt. Für mich daher auf jeden Fall ein empfehlenswerter Band.

Martin Müller: MARCO POLO Camper Guide Südnorwegen. Insider-Tipps für deine Wohnmobil-Touren. Mairdumont, Ostfildern. 2. Aufl., 2024. ISBN 9783575019349

Der zweite Band, den ich euch heute ans Herz legen möchte ist „Norwegen mit dem Wohnmobil“ aus dem Hause Bruckmann. Der Band enthält natürlich die übliche Route zum Nordkap, aber die steht für uns gar nicht auf dem Programm (unser Auto kennt die auch schon: der Vorbesitzer war mit dem Nugget am Nordkap!).

Bei diesem Band gefällt mir die Übersichtlichkeit, falls man der Strecke genau so folgen möchte. Die Streckenlängen sind klar dokumentiert, einzelne Highlights und mögliche Abstecher hervorgehoben. Überraschungen finden sich freilich keine, die Inhalte finden sich so mehr oder weniger in wirklich jedem Reiseführer zum Thema Norwegen. Aber auch hier sind nicht nur Campingplätze, sondern auch Stellplätze aufgeführt, was mir natürlich gut gefällt. Die Kartenabschnitte am Ende des Buches finde ich eher verzichtbar, aufgrund der Buchgröße ist der jeweilige Abschnitt einfach stark begrenzt, weshalb ich eher auf klassische Faltkarten zurückgreifen würde.

Der Reiseführer enthält alles, was der Wohnmobilreisende wissen muss, deshalb ebenfalls eine Empfehlung von mir für dieses Buch.

Dr. Thomas Kliem: Bruckmann Caravan-Guide: Norwegen mit dem Wohnmobil. Die schönsten Routen zwischen Südkap und Nordkap. Bruckmann, München, 2020. ISBN 9783734316074

Buchtipp: Mit dem Wohnmobil auf Europas Küstenstraßen

Zur Zeit ist es draußen wunderbar sonnig und damit für Wohnmobilfahrer eindeutiges Sehnsuchtswetter. Ein passendes Sehnsuchtsbuch ist „Mit dem Wohnmobil auf Europas Küstenstraßen“. 20 Routen werden vorgeschlagen und wer hier nicht fündig wird, der mag wahrscheinlich kein Wasser.

KUNTH Mit dem Wohnmobil auf Europas Küstenstraßen: Unterwegs Zuhause. Kunth Verlag, München, 2025.‎ 978-3969652060

Ich liebe es am Meer zu sein und so wie mir geht es wahrscheinlich vielen Reisenden, nicht nur denen im Wohnmobil. Umso spannender sind die vielseitigen Routen in diesem Band: Es beginnt in Norwegen und endet auf Kreta – von der Insel aus Feuer und Eis in die griechische Sonne, für jeden Geschmack etwas dabei.

352 Seiten umfasst der Band und die sind wirklich geeignet Fernweh zu wecken. Großformatige Fotos triggern den Reisenden sich auf den Weg zu machen und für diesen Weg gibt es idealerweise übersichtliche Infokästen, einen GPS-Track und zahlreiche Karten (das Buch enthält einen Straßenatlas Europas!). Campingplätze und Stellplätze inklusive Beschreibung erleichtern die Reiseplanung.

Island, Norwegen, Schweden, Polen, Deutschland, Irland, Spanien, Italien – überall gibt es Küsten zu entdecken. Mal steinig, mal sandig, mal imposant, mal idyllisch, allen gemeinsam ist, dass es sich lohnt, sie zu bereisen – und sie vorab in diesem Buch zu bestaunen. Ich kann nur viel Spaß beim Blättern und Lesen wünschen!

Reisebuch-Tipp: 52 kleine & große Eskapaden im Südwesten von Dänemark

Ich habe euch ja schon ein paar Bände aus der „Eskapaden-Reihe“ vorgestellt, weil sie mir so gut gefällt. Aus diesem Grund musste ich mir unbedingt auch diesen Band ansehen, in dem es um eine Gegend geht, die ich ebenfalls sehr mag. Weitere Dänemark-Reiseführer gibt es hier:

Die Autoren Stefanie Sohr und Volko Lienhardt stellen nach dem bewährten Konzept Ausflugstipps und Kurzurlaube vor, die sich über die gesamt Küstenlinie verteilen. Sie haben Ideen für alle Jahreszeiten und jedes Wetter. Besonders schön fand ich, dass es nicht nur Ausflüge an den Strand gibt, sondern auch in Wälder, sodass die Vorschläge erfreulich vielfältig sind.

Der Abstecher in das Deep Forest Art Land (Eskapade 3) ist auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Dänemark-Tipp, das versteinerte Meer auf der Insel Fur (Eskapade 7) sicher sehr reizvoll und Hisby Kliptplantage (Eskapade 8) gehört zu meinen Lieblingsorten an der Dänischen Nordseeküste. Bei Bovbjerg (Eskapade 21) haben wir schon wunderbare, lange Wanderungen gemacht – auch wenn das Jahre her ist, da war ich noch gut zu Fuß … Einen Mini-Urlaub auf Fanö (Eskapade 52) wollte ich immer schon mal machen. Im gesamten Band finden sich also spannende Unternehmungen für jeden Geschmack!

Dänemark geht immer: Strand und Dünen sind wunderbar, aber es gibt noch mehr zu entdecken.

Es bisschen schwierig fand ich die Orientierung im Band. Zwar finden sich die Übersichtskarten wie gewohnt am Ende des Buches, aber innerhalb der Kapitel wäre beispielsweise eine Reihenfolge von Süd nach Nord hilfreich, dann wäre es leichter, beispielsweise Ausflugstipps für eine bestimmte Gegend zu suchen.

Insgesamt aber ein sehr empfehlenswerter Band – auch für die, die die Region schon kennen, finden sich immer noch neue Ideen.

Sohr, Stefanie; Lienhardt Volker: 52 kleine & große Eskapaden im Südwesten von Dänemark. Dumont Reiseverlag, Ostfildern, 2022. 9783616028026

Buchtipp: 52 kleine & große Eskapaden in Ostfriesland

Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr! Ich bin ein Fan von Reiseführern, die einem Lust auf den nächsten Ausflug machen. So ging es mir mit den „Eskapaden in Ostfriesland“, die ich euch deshalb gerne vorstellen möchte.

Zur Zeit ist es ja draußen wirklich nass und grau, sodass unser Wohnmobil winterfest „eingemottet“ auf besseres Wetter wartet. Wenn man so gar nicht rausgehen mag, macht mir das Verreisen keinen Spaß, zumal mir das Gehen im Moment auch nicht so leicht fällt. Doch mit einer Tasse Tee auf dem Sofa kann man sich ja schon mal ein paar Inspirationen für das nächste Frühjahr holen.

Andrea Lammert: 52 kleine & große Eskapaden in Ostfriesland: Ab nach draußen! Dumont Reiseverlag, Ostfindern, 2022. 978-3770180981

Die Küste liegt für uns Osnabrücker ja fast vor der Haustür, weshalb wir gern für Kurztrips gen Norden fahren. Ich kenne mich in Ostfriesland aus, viele der im Buch empfohlenen Ausflugsziele kenne ich selbst und kann bestätigen, dass sie sehenswert sind. Die 52 Eskapaden sind gut recherchiert und eine empfehlenswerte Sammlung von Reisezielen für alle Ostfriesland-Fans (und die, die es noch nicht sind).

Der wunderschöne Hafen von Neuharlingersiel ist einen Miniurlaub wert (Eskapade 41) – das kann ich nur bestätigen. Wir waren dort vor vielen Jahren auf einem Wohnmobiltrip im Winter. Im Sommer sind mir die Möglichkeiten in Neuharlingersiel für Hundebesitzer zu beschränkt.

Wie immer ist der Band aus dem Hause Dumont Reiseverlag gut strukturiert: wer nur begrenzt Zeit zur Verfügung hat, guckt nach einer Eskapade für wenige Stunden, wer ein Wochenende plant, wird ebenso fündig. Mir gefällt in diesen Bänden, dass die Ausflugsziele im hinteren Buchteil auf übersichtlichen Karten zu finden sind. So kann man gezielt suchen, was es vor Ort noch zu entdecken gibt.

Gleich zwei Eskapaden weisen den Weg nach Dangast.

Die Autorin Andrea Lammert kennt sich in der Region bestens aus, ich habe sogar noch Vorschläge für neue Entdeckungen gefunden.Vielleicht machen wir uns demnächst mal auf zu einem Regenspaziergang im Emdener Hafen, da war ich nämlich tatsächlich noch nie. Und das Wetter passt ja auch gerade.

Reisebuch-Tipp: Cuxland

Da mir die bisher vorgestellten Reiseführer von 360° medien so gut gefallen haben, habe ich mir auch den Band über das Cuxland bestellt. Da kenne ich mich ja sehr gut aus. weshalb ich die abgedruckten Reisetipps gut beurteilen kann.

Blick auf den Hafen an der Alten Liebe: Hier auf dem Feuerschiff Elbe 1 haben wir geheiratet.

Der Band in der Reihe Heimatmomente beinhaltet ebenso wie die Franken-Reiseführer 45 Mikroabenteuer. Die Bücher sind handlich und übersichtlich, „Top Ten“ und „Kurioses und Besonderheiten“ geben einen guten Ein- und Überblick über die Region.

Der im Buch genannte Campingplatz Wernerwald ist leider für Hundebesitzer nicht gestattet. Camping Finck ist eine schöne Alternative.

Die vorgestellten 45 Ideen für das Cuxland gefallen mir gut. Meiner Ansicht nach sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erfasst und auch übersichtlich dargestellt sowie gut bebildert. Etwas seltsam fand ich allerdings, dass einem Restaurant in Sahlenburg ein extra Abenteuertipp gewidmet wird, nachdem es bereits als Einkehrtipp beim Wernerwald genannt wurde. Da hätte ich mir etwas mehr Vielfalt gewünscht.

Die Duhner Küstenheiden sind wirklich wunderschön!

Ein nettes Extra im Band ist das kleine Wörterbuch. Als Fischkopp (Norddeutscher) kann man das Platt gut verstehen!

Insgesamt hat mir der Cuxland Band gut gefallen, die 45 Mikroabenteuer bieten deutlich mehr als nur Strand und zeigen die Vielfalt der Region.

Christian Nowak: Cuxland – HeimatMomente. 45 Mikroabenteuer zum Entdecken und Genießen. 360° medien, Mettmann, 2022. 978-3-96855-303-0

Unser neues Wohnmobil: der Ford Big Nugget – der praktische Kastenwagen

Der sollte es sein: der Big Nugget mit Westfaliaausbau.

Eigentlich wollten wir ja keinen Camper mehr, ich wollte aus gesundheitlichen Gründen nur noch Urlaub in Ferienwohnungen oder -häusern machen. Unseren letzten Wohnwagen hatten wir verkauft, weil das Drumherum für mich zu anstrengend war. Aber in der Praxis hat sich das gar nicht als tauglich erwiesen. Ich kann keine langen Anfahrten mehr machen (Autofahren triggert die Mastzellen), ich schlafe sowieso schlecht und ertrage keine schlechten Betten und das Ein- und Ausräumen von Ferienwohnungen ist auch ganz schön anstrengend. Es macht ja wenig Sinn, wenn ich am Ferienort angekommen tagelang liegen muss.

Der Wunsch nach einem Wohnmobil wuchs und wuchs und natürlich hieß es zuerst: „Wenn wir in Rente sind, kaufen wir uns wieder ein Wohnmobil.“ Aber ich bin ja schon in Rente und ich weiß gar nicht wie fit ich bin, wenn mein Mann Jens in Rente ist. Also haben wir uns doch noch mal auf die Suche nach einem Wohnmobil gemacht.

Die Kriterien waren relativ eindeutig: Ich brauche ein Fahrzeug mit Automatik und am besten mit einem Abstandstempomaten wegen der Muskelprobleme. Das Fahrzeug darf nicht länger als 6 Meter sein, damit man keine weiten Wege gehen muss und möglichst dicht am Ziel parken kann. Zudem wollten wir ein WC an Board und einen großen Kühlschrank wegen der Selbstversorgung. Ich kann nicht unter die Spüle kriechen, möchte also einen gut erreichbaren Kühlschrank. Last nut not least brauchen wir einen großen Stauraum unter dem Bett und einen Platz unter der Dinette, der keine Stufen hat – da müssen schließlich zwei große Hunde liegen.

Der Nugget passt auch auf kleine Stellplätze.

Es gab nur wenige Fahrzeuge, die diese Kriterien erfüllten. Unser Big Nugget hat uns mit seinem relativ großzügigen Raumangebot für die kurze Länge überzeugt. Unter dem Bett ist ausreichend Platz für den großen Paul, Lotta passt unter den Tisch. Das Bett ist 154 cm breit und 200 cm lang, hat also auch eine ausreichende Größe. Die Kaltschaummatratze lagert auf dem Froli-System, ich finde es sehr bequem. Der große Kühlschrank lässt sich von oben befüllen und die Ford Transit Basis hat alle erdenklichen Assistenzsysteme an Board: unter anderem einen Abstandstempomaten und einen Parkassistenten, mit dessen Hilfe ich beispielsweise direkt vor der Uniklinik Münster einparken konnte.

Passt auch mal auf einen PKW-Parkplatz …

Dank Dachklimaanlage muss ich auch nicht so unter der Wärme leiden und die Solaranlage sorgt dafür, dass wir auch mal eine Nacht ohne Strom stehen können.

Praktisches Detail: Der Fliegenvorhang im Heck.

Anfangs gab es einiges an Problemen, die Wasserpumpe lief nicht, das Fahrzeug hat unterwegs die Aufbaubatterie nicht mehr geladen und der Kühlschrank lief andauernd. Wir haben im ersten Urlaub etwas Stress mit dem Batteriemanagement gehabt und ehrlich gesagt in den Wochen danach (zuviel) Zeit in der Werkstatt verbracht. Der Anschluss des Wechselrichters musste korrigiert werden und das Update des Kühlschranks mit einem neuen Steuergerät hat für abstruse Fehlermeldungen und Probleme gesorgt. Ich nehme Daumendrücker entgegen, dass das jetzt langsam mal erledigt ist.

Ein bisschen Hippiebus-Look musste sein!
Den Heckausbau hat Jens selbst gemacht. In der Mitte ist Platz für Paul, links sind die Stühle und rechts Kabel und Wasserkanister.
Kleine Behälter aus dem schwedischen Möbelhaus sind ideal, um Kleinkram unterzubringen und den etwas steril wirkenden Küchenbereich aufzupeppen.
Der Stauraum im Bad lässt sich auch mit Ikea Produkten aufpeppen.

Reise-Buchtipp: Reiseführer für die Nordseeküste Schleswig-Holstein

Nach langer Abstinenz gibt es nun endlich mal wieder einen Blog-Beitrag. In der Zwischenzeit war ich leider vor allem mit meiner Erkrankung beschäftigt und dementsprechend natürlich nicht unterwegs. Wir besitzen deshalb zur Zeit weder ein Wohnmobil noch einen Wohnwagen, wobei uns beides schon sehr fehlt. Dennoch waren wir über Ostern verreist und hatten eine schöne Zeit an der Nordsee.

Unsere Reise ging an die Nordsee nach St. Peter-Ording, wo wir uns eine kleine Ferienwohnung gemietet hatten. Die Wohnung lag nicht allzu weit vom Strand weg, sodass ich keine weiten Wege laufen musste. Ein paar Orte an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins kannte ich schon, aber ich wollte gerne ein paar Tipps, welche Ausflüge sich lohnen würden, sodass ich mir den Reiseführer vom Michael Müller Verlag besorgt habe.

Dieter Katz: Reiseführer: Nordseeküste Schleswig-Holstein. Michael Müller Verlag, 2. Auflage 2022, ISBN 978-3-96685-092-6 (Foto: Michael Müller Verlag)

Gleich beim ersten Durchblättern sind mir ein paar Ausflugstipps aufgefallen, die mir sehr reizvoll erschienen und die wir ausprobiert haben. So ist Friedrichstadt, genannt „Klein-Amsterdam“, geprägt von niederländischer Barockrenaissance und natürlich Grachten. Herzog Friedrich III. gewährte Anfang des 17. Jahrhunderts religiös verfolgten Niederländern Glaubensfreiheit und ließ die kleine Stadt nach niederländischem Vorbild errichten.

Übrigens ist Friedrichstadt so klein, dass man es wirklich problemlos durchstreifen kann, auch wenn man keine weiten Wege laufen kann …

Bei anderen Ausflugstipps hätte ich mir dazu tatsächlich noch etwas genauere Hinweise gewünscht. Bei der Beschreibung zum Westerhever Strand steht zwar, dass der Fußweg durchs Watt zur Sandbank etwas weiter ist, aber nicht, dass es ohne diesen Fußweg quasi gar keinen Strand gibt. Auch der Leuchtturm war für mich zu weit weg, aber dies war im Reiseführer bereits sehr gut beschrieben und immerhin ist der Leuchtturm auch von weitem ein toller Anblick.

Super finde ich, dass in dem Buch von Dieter Katz wirklich genau recherchierte Tipps beispielsweise für Restaurants oder spezielle Einkaufsläden sind. Da wir nicht mehr problemlos Essengehen können, kaufen wir gerne frisch vor Ort ein und kochen selbst. Im Husumer Hafen haben wir mit Hilfe des Reiseführers einen hervorragenden Fischladen gefunden.

Schöner wäre es allerdings, wenn die Hinweise zum Thema Essen und Trinken nicht immer mit denen zum Übernachten vermischt wären. In den meisten Fällen hat man ja vor Ort bereits eine Unterkunft oder ist auf der Durchreise, die Hoteltipps im Band erschweren dann die rasche Orientierung.

Alles in allem hat mir der Reiseführer ausgesprochen gut gefallen, wir werden sicher in den nächsten Jahren auch noch andere Orte in der Region besuchen. St. Peter-Ording ist zudem für Hundebesitzer wirklich empfehlenswert. Dadurch, dass man bis auf den Strand fahren konnte, hatten wir kurze Wege und die Hunde dennoch viel Spaß! Der beliebte Hauptstrand ist zwar nur etwas für Menschen, die gut zu Fuß sind, da man ihn nur über eine 1 km lange Holzbrücke erreichen kann. Ich kann aber stattdessen besonders den nördlichsten Strand empfehlen, der auf der Karte im Buch leider kaum zu sehen ist. Dort gibt es einen großen Hundeauslauf in Parkplatznähe und zumindest in der Nebensaison ist er nicht überlaufen.

Und wenn es doch mal zu anstrengend wird, gibt es in SPO ausreichend Strandkörbe für eine gemütliche Pause. Wir kommen sicher wieder!

Buchtipp: Reiseführer von Dumont und Michael Müller Verlag für Belgien und Amsterdam

Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich unsere Reisen plane, habe ich mal ein paar Reiseführer rausgesucht, die mir gut gefallen haben. Prinzipiell besorge ich mir vor einer Urlaubsreise ein paar Bücher über die Region, die wir bereisen wollen – ich bin einfach eine „Print-Frau“ und habe wahnsinnig gerne echte Bücher in der Hand. Dann lese ich mich rein und überlege, wo ich hin will. Für die Übernachtungsplanung nehme ich dann das Internet zu Hilfe, ich nutze die üblichen Handy-Apps, um geeignete Stell- bzw. Campingplätze zu finden und lese auch die Google-Bewertung zu den Plätzen. Infos zu den einzelnen Orten und Sehenswürdigkeiten hole ich mir dann wiederum aus Büchern. Ich liebe es auch, mir Reiseführer zu kaufen und zu überlegen, wo ich irgendwann mal hin will …

DuMont Reise-Taschenbuch Belgien

Belgien. Autor: Reinhard Tiburzy, (c) DuMont Reiseberlag Ostfildern, 2020, ISBN: 9786616020105

Die Dumont Reisetaschenbücher sind wertig aufgemacht und gefallen mir, weil sie zu jeder Region eine Übersicht bieten. Man bekommt Anregungen, was man besichtigen könnte, für welche Sehenswürdigkeit eine weitere Recherche sinnvoll wäre. Die Infos in diesen Bänden sind meist zuverlässig gut recherchiert. Kleinere Orte kommen in dem Belgien-Band gerne etwas zu kurz, auch wenn sie spannenden Ausflugsziele bieten würden.

Michael Müller Verlag: Abenteuer Amsterdam

Amsterdam Abenteuer, Autorin: Diana Stănescu, Michael Müller Verlag, Erlangen, 2023. ISBN 978-3-96685-203-6

In Amsterdam war ich natürlich immer mal wieder, aber ehrlich gesagt bin ich dabei meist nur durch die üblichen Tourigassen geschlendert. Deshalb fand ich es spannend, mal ein paar andere, neue Vorschläge für Entdeckungstouren zu bekommen. In diesem Amsterdam-Band findet man dafür wirklich tolle Ideen, die wir gerne demnächst mal umsetzen werden. Es gibt Infos zu Ecken, in die wir ohne den Reiseführer wahrscheinlich nie gekommen wären – ich bin gespannt, wie es uns dort gefallen wird und werden berichten. Dass der Band gut bebildert ist, ist zudem wirklich lobenswert, Reiseführer ohne Bilder machen wenig Lust auf Entdeckungstour zu gehen.

Michael Müller Verlag: Amsterdam

Amsterdam Abenteuer, Autorin: Annette Krus-Bonazza, Michael Müller Verlag, Erlangen, 2021. ISBN 978-3-95654-711-9

Dieses Buch gehört für mich zu den Klassikern. Die Michael Müller Individuell reisen-Bände begleiten mich schon seit Jahren. Die übersichtlichen Pläne zum Herausnehmen und die kleinen Innenstadtpläne im Innenteil für die Orientierung vor Ort – die Bände informieren wirklich gut und sind sehr übersichtlich gestaltet. Allerdings nutze ich die vorgeschlagenen Touren wirklich nie. Sie geben gute Hinweise, was man sich ansehen könnte, aber ich nehme sie als Vorschläge, aus denen ich mir eigene Touren gestalte. Dabei lasse ich mich am liebsten treiben und gehe dort lang, wo es am interessantesten aussieht.