Reisen mit MCAS: Norwegen mit dem Wohnmobil

Dieses Jahr haben wir uns einen Traum erfüllt: eine Reise mit dem Wohnmobil nach Norwegen. Während der Planung hatte ich echt Sorge, dass ich das alles nicht schaffe, da es mir 2025 eher schlechter ging als letztes Jahr. Die Mastzellerkrankung (MCAS) ist progredient, ME/CFS steht im Raum, eine genetische Muskelerkrankung ist unklar und die Schilddrüsenautoimmunerkrankung Morbus Basedow war auch aktiv. Bei all der Sorge siegte die Neugier auf Norwegen und ehrlich gesagt kann ich im Wohnmobil ja genauso rumliegen, wie ich das Zuhause auch oft muss. Aber das kühlere Klima hat mir gut getan und ich habe die Urlaubstage mit viel Pacing und Ausruhen relativ gut überstanden.

Mein Mann Jens hatte dieses Jahr drei Wochen Urlaub und so sind wir ganz entspannt über Dänemark Richtung Norwegen gestartet. Wir fahren täglich nicht mehr als 200-300 Kilometer, sodass meine Mastzellen anschließend ausreichend Zeit zur Beruhigung haben. Mein Essen habe ich größtenteils dabei, sodass ich eigentlich nur Obst und Gemüse frisch dazu kaufen muss. So gehe ich bei der Ernährung kein Risiko ein.

Bewusst haben wir die Fähre von Hirtshals nach Kristiansund gewählt, die Fahrt ist kurz und ich habe sie als stressfrei für mich und die Hunde empfunden.

Norwegen in Sicht!

An Norwegens Südküste haben wir natürlich den berühmten Südkap besucht, das Lindesness Fyr. Die Anfahrt ist etwas mühsam und man landet nach der Fahrt erstmal auf einem überfüllten Parkplatz. Ich konnte dann gar nicht zum berühmten Leuchtturm gelangen, da der Weg dorthin über viele Treppen führt und es keine behindertengerechte Alternative gab.

Wir haben uns eine Zwischenübernachtung an einem kleinen Fjord gesucht und sind weiter nach Stavanger. Ein entzückender Ort, der eine tolle Altstadt hat. Die kurze Stadtbesichtigung war wunderschön. Nach einer unspektakulären Übernachtung am Stadtrand sind wir an den atemberaubenden Lysefjord gefahren.

Stavanger ist wirklich süß!
Was für ein Ausblick!

Der Lysefjord ist über 40 km lang und seine Felswände sind bis zu 1000 Meter hoch. Jens hat mich eine kleine Seitenstraße am nahezu uferlosen Fjord entlangkutschiert – mit unvergleichlichen Aussichten!

Auf der Weiterfahrt hat uns das typisch nasse Norwegenwetter erwischt. Teilweise fuhren wir direkt an den Wasserfällen vorbei, von allen Bergen floss das Wasser und wir konnten zahlreiche Wasserfälle an und auf den Straßen bewundern.

Wasser von allen Seiten. Auch über die Straßen liefen die Wasserfälle.
Wasser gibt es in Norwegen auf jeden Fall genug. Hier auf der traditionellen Route durchs Suldal.

Zum Pacen war das Wetter natürlich super. Aber ehrlich gesagt ist es auch ein bisschen nervig, nach jedem Verlassen des Wohnmobils klatschnasse Hunde zu haben. Zum Glück hatten wir ausreichend Regenklamotten dabei und die Heizung im Womo hat alles immer zuverlässig wieder getrocknet.

Regenpause in Sande. Zeit zum Lüften!

Nach einer Zwischenübernachtung direkt am Fjord in Sand sind wir durchs Oddatal gefahren – im Gegensatz zu den anderen Touristen brauchen wir auch nicht am Latefossen anhalten, wir hatten bis dahin schon genug Wasserfälle gesehen.

Latefossen – im Vorbeifahren.

Wasserfälle hatten wir schon genug und Odda hat uns auch nicht gefallen, zu touristisch, sodass wir etwas nödlich am Sorfjord einen kleinen Campingplatz aufgesucht haben. Es hat schon etwas faszinierendes in den Obstbaumwiesen zu stehen und auf den Gipfeln Schnee zu sehen!

Paul am malerischen Sorfjord.

Unsere Route führte uns weiter nach Eidfjord. Bei den Massen, die dort durch den Ort geströmt sind, konnten wir nur weiterfahren. An der nächsten Sehenswürdigkeit, dem gigantischen Voringfossen, war es auch recht voll, aber dennoch einen Besuch wert: 182 Meter tief stürzt das Wasser von der Hardangervidda Hochebene in das Måbøtal.

Malerisches Eidfjord mit einem Kreuzfahrtgiganten …
Der Voringfossen. Einfach nur zum Staunen!
Regenbogen über der Hardangervidda.

Übernachtet haben wir dann auf der Hardangervidda an einem Stausee. Malerischer geht es fast nicht mehr.

Wir haben nur kurze Spaziergänge gemacht, aber die Hardangervidda ist bekannt als Wanderparadies!

Über sehenswerte Touristenrouten und malerische Plätze zum Freistehen ging es für uns weiter Richtung Jotunheimen Nationalpark. Schneebedeckte, imposante Berge, idyllische Parkplätze an jeder zweiten Kurve – wir sind aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen und haben direkt vor Ort übernachtet. Auf der Hochebene haben uns nachts Rentierherden besucht. Was für ein Erlebnis!

Wenige Schritte vom Auto entfernt: diese Weite ist unbeschreiblich!
Immer die schneebedeckten Berge im Hintergrund.
Die Rentiere am Bach, an dem gerade noch unsere Hunde gespielt haben – vom Camper aus fotografiert!

Natürlich mussten wir an einem der nächsten Highlights einen Stopp machen: Die Route Valdresflye führt am smaragdgrünen See Gjende vorbei. Viele Wanderer starten hier die berühmte Wanderung über den Besseggen-Grat. Wir wollten zumindest den See bestaunen, zu dem uns Touristenbus mitgenommen hat.

Ja, am Gjendesee war es kalt.
Und trotzdem konnten wir anschließend am nächsten See freistehen und gemütlich draußen sitzen. So mag ich Camperleben!

So wechselhaft wie die Landschaft war auch unser Wetter. Wenige Kilometer weiter konnte man abseits der Touristenströme in der Sonne sitzen.

Unsere Begeisterung für die Landschaft bestimmte den weiteren Weg. Trotz des mäßigen Wetters beschlossen wir, den Sognefjellsvegen zu nehmen. Der höchste Pass Nordeuropas (1434 Meter) bietet spektakuläre Ausblicke auf die Gletscherwelt. Wir sind in Lom im Osten gestartet und bis Gaupne am Sognefjord im Westen gefahren. Etwas abseits des Sognefjellsvegen, einer der ältesten Verbindungen von West- und Ost-Norwegen, haben wir auf einem kleinen Parkplatz im Nebel übernachtet und wurden morgens mit einer spektakulären Aussicht belohnt.

Ob Paul auch die Aussicht genießt?

Da die Gletscher auf der Route nur aus der Ferne zu bestaunen waren, musste ich unbedingt noch etwas näher heran. Das ist natürlich nicht ganz so einfach, wenn man nicht kilometerweit laufen kann und so haben wir uns für einen Ausläufer des Jostedalsbreen entschieden. Der Supphellebreen in der Nähe Dorfes Fjærland ist ein Seitenarm des Hauptgletschers Jostedalsbreen und ist gut mit dem Auto zu erreichen – zumindest wenn man immer weiter fährt, auch wenn die Straße nicht den Eindruck macht, eine offizielle Route zu sein … Aber so haben wir einen Parkplatz gefunden, von dem aus man die Gletscherzunge gut sehen konnte.

Diese Farbe ist einfach unglaublich! Und nein, da ist kein Filter drüber gelegt.

Das Wetter war uns dann etwas gnädiger gesonnen und wir sind über das Hemsedal langsam wieder südlicher gefahren.

Ein Land voller Wasser …
… und Berge!

Zunächst hatten wir die Idee uns Oslo anzusehen, weil ich gerne einmal ins Munch Museum gehen würde, aber die Stellplätze in der Stadt sind alle viel zu weit davon weg. Natürlich haben wir versucht einen Parkplatz in der Nähe zu bekommen, meist haben wir ja Glück, sodass ich nicht weit laufen muss, aber das hat leider nicht geklappt. So sind wir dann weiter an die Westküste Schwedens gefahren, um in der letzten Urlaubswoche einfach ein bisschen in der Sonne sitzen zu können.

So gehts 🙂
Auch das ist Camping: selbstgemachte glutenfreie Apfelmuffins.
Die beiden weltbesten Urlaubshunde, die sich tapfer überall hinkutschieren lassen und eigentlich alles toll finden – naja, zumindest Lotta findet es überall schön.
Mitten in der Nacht am Ende einer wunderbaren Reise mit dem wohl teuersten Kaffee meines bisherigen Lebens auf der Fähre mit dem weltbesten Ehemann, der diese Fahrt erst möglich gemacht hat!

Mit meinem Bericht möchte ich anderen Betroffenen Mut machen, dass man trotz der großen Probleme mit MCAS (und anderen Erkrankungen) im Alltag noch reisen kann. Natürlich ist das mit Einschränkungen verbunden und klappt bei mir beispielsweise nur, weil mein Mann uns fährt und alles rund um die Alltagsversorgung übernimmt. Ich habe es auch schon erlebt, dass mich die Fahrt in den Urlaub überfordert hat und ich dann richtig flach lag, aber andererseits ist es für mich angenehmer im Sommer in Skandinavien zu sein als bei 30 Grad zu Hause – Hitze ist für meine Erkrankung ein starker Trigger. Ich finde es zwar traurig, keine tollen Wanderungen machen zu können, zumal ich wirklich gerne mit den Hunden am Strand oder in den Bergen unterwegs war, aber ich versuche zu genießen, dass ich an diesen schönen Orten sein kann – und hoffe, andere können das auch.

Ich schreibe das hier nicht, weil ich Mitleid möchte oder jammern will, sondern um Mut zu machen, dass es klappen kann, etwas so schönes zu erleben!

Unser neues Wohnmobil: der Ford Big Nugget – der praktische Kastenwagen

Der sollte es sein: der Big Nugget mit Westfaliaausbau.

Eigentlich wollten wir ja keinen Camper mehr, ich wollte aus gesundheitlichen Gründen nur noch Urlaub in Ferienwohnungen oder -häusern machen. Unseren letzten Wohnwagen hatten wir verkauft, weil das Drumherum für mich zu anstrengend war. Aber in der Praxis hat sich das gar nicht als tauglich erwiesen. Ich kann keine langen Anfahrten mehr machen (Autofahren triggert die Mastzellen), ich schlafe sowieso schlecht und ertrage keine schlechten Betten und das Ein- und Ausräumen von Ferienwohnungen ist auch ganz schön anstrengend. Es macht ja wenig Sinn, wenn ich am Ferienort angekommen tagelang liegen muss.

Der Wunsch nach einem Wohnmobil wuchs und wuchs und natürlich hieß es zuerst: „Wenn wir in Rente sind, kaufen wir uns wieder ein Wohnmobil.“ Aber ich bin ja schon in Rente und ich weiß gar nicht wie fit ich bin, wenn mein Mann Jens in Rente ist. Also haben wir uns doch noch mal auf die Suche nach einem Wohnmobil gemacht.

Die Kriterien waren relativ eindeutig: Ich brauche ein Fahrzeug mit Automatik und am besten mit einem Abstandstempomaten wegen der Muskelprobleme. Das Fahrzeug darf nicht länger als 6 Meter sein, damit man keine weiten Wege gehen muss und möglichst dicht am Ziel parken kann. Zudem wollten wir ein WC an Board und einen großen Kühlschrank wegen der Selbstversorgung. Ich kann nicht unter die Spüle kriechen, möchte also einen gut erreichbaren Kühlschrank. Last nut not least brauchen wir einen großen Stauraum unter dem Bett und einen Platz unter der Dinette, der keine Stufen hat – da müssen schließlich zwei große Hunde liegen.

Der Nugget passt auch auf kleine Stellplätze.

Es gab nur wenige Fahrzeuge, die diese Kriterien erfüllten. Unser Big Nugget hat uns mit seinem relativ großzügigen Raumangebot für die kurze Länge überzeugt. Unter dem Bett ist ausreichend Platz für den großen Paul, Lotta passt unter den Tisch. Das Bett ist 154 cm breit und 200 cm lang, hat also auch eine ausreichende Größe. Die Kaltschaummatratze lagert auf dem Froli-System, ich finde es sehr bequem. Der große Kühlschrank lässt sich von oben befüllen und die Ford Transit Basis hat alle erdenklichen Assistenzsysteme an Board: unter anderem einen Abstandstempomaten und einen Parkassistenten, mit dessen Hilfe ich beispielsweise direkt vor der Uniklinik Münster einparken konnte.

Passt auch mal auf einen PKW-Parkplatz …

Dank Dachklimaanlage muss ich auch nicht so unter der Wärme leiden und die Solaranlage sorgt dafür, dass wir auch mal eine Nacht ohne Strom stehen können.

Praktisches Detail: Der Fliegenvorhang im Heck.

Anfangs gab es einiges an Problemen, die Wasserpumpe lief nicht, das Fahrzeug hat unterwegs die Aufbaubatterie nicht mehr geladen und der Kühlschrank lief andauernd. Wir haben im ersten Urlaub etwas Stress mit dem Batteriemanagement gehabt und ehrlich gesagt in den Wochen danach (zuviel) Zeit in der Werkstatt verbracht. Der Anschluss des Wechselrichters musste korrigiert werden und das Update des Kühlschranks mit einem neuen Steuergerät hat für abstruse Fehlermeldungen und Probleme gesorgt. Ich nehme Daumendrücker entgegen, dass das jetzt langsam mal erledigt ist.

Ein bisschen Hippiebus-Look musste sein!
Den Heckausbau hat Jens selbst gemacht. In der Mitte ist Platz für Paul, links sind die Stühle und rechts Kabel und Wasserkanister.
Kleine Behälter aus dem schwedischen Möbelhaus sind ideal, um Kleinkram unterzubringen und den etwas steril wirkenden Küchenbereich aufzupeppen.
Der Stauraum im Bad lässt sich auch mit Ikea Produkten aufpeppen.

Mein Leben mit der chronischen Erkrankung Mastzellaktivierungssyndrom – ein ganz persönlicher Beitrag

Ihr wisst ja schon, dass ich erkrankt bin und meine Redaktionstätigkeit komplett eingestellt habe. Auch meine Tätigkeit als Pädagogin kann ich nicht mehr ausüben. Aber warum und was bedeutet das? Das möchte ich versuchen ein bisschen zu erläutern – eine Art therapeutisches Schreiben vielleicht.

Bei mir begann die Krankheit sich vor allem durch immer wiederkehrende Muskelschmerzen zu manifestieren. Die Schmerzen sind so stark, dass normale Schmerzmedikamente wirkungslos bleiben, schlafen lässt es sich damit selbstredend nicht.

Die Suche nach der Ursache begann im Rheumaspektrum, aber nach erfolgloser Behandlung wurde klar, dass ich keine Erkrankung aus diesem Bereich habe. Auch Fibromyalgie konnte irgendwann ausgeschlossen werden.

Inzwischen wurde eine genetisch begründete Muskelerkrankung gefunden, deren Erforschung noch nicht weit fortgeschritten ist. Das wird natürlich weiter beobachtet, begründet aber wahrscheinlich, wieso meine Muskulatur so stark betroffen ist.

Die Internistin, die meine Schilddrüse behandelt, brachte mich irgendwann auf die Idee, dass die Mastzellen beteiligt sein könnten. Ich weiß noch, wie ich mich in einer schlaflosen Nacht in das Thema MCAS eingelesen habe und dann ganz aufgeregt meinen Mann geweckt habe: Das ist es!

Die Symptome von MCAS, dem Mastzellenaktivierungsyndrom, begleiten mich schon mein ganzes Leben – vieles habe ich nur einfach nicht so wahrgenommen.

Die Symptome sind extrem vielfältig: Blutdruckschwankungen, Synkopen, Herzrasen, Herzklopfen und Schwindel, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall sind häufig, Gastritis und Gastroenteritis kommen vor, aber auch juckende Augen, verstopfte Nase, zuschwellender Hals, gereizte Schleimhäute, Kurzatmigkeit oder Asthma, Tinitus ist möglich, Juckreiz und Hitzewallungen, Urtikaria, Muskelschmerzen, Verspannungen, Gelenkschmerzen, Restless Legs, Tremor und nicht zuletzt die schwere Erschöpfung namens Fatigue.

Ehrlich gesagt reicht z. B. schon Schwindel oder Arrhytmie am Herzen aus, um einem den Tag komplett zu vermiesen – tagelang liegt man dann danieder.

Alle diese Symptome können durch unterschiedliche Trigger ausgelöst werden. Und wenn ich mich rückbesinne, wird mir klar, was alles davon bei mir schon zu Problemen geführt hat.

„Wie auch bei der Mastozytose gibt es zahlreiche Auslöser (sogenannte Trigger), die auch von Betroffenem zu Betroffenem variieren können.

Als Trigger wurden schon beschrieben:

  • Medikamentenunverträglichkeiten
    • Insbesondere auch bei Salicylaten
    •  Kodein, Polymyxin B, Morphium, Dextran, Aspirin, Alkohol, Farbstoffe, Lokale Betäubungsmittel, Röntgenkontrastmittel. Besondere Vorsicht ist empfohlen bei Narkosen, da auch einige der üblicherweise für die Anästhesie verwendeten Medikamente Histaminfreisetzungen auslösen können.
    • Insektengift, Tiergift
      • Bienen, Wespen, Quallen, Schlangen, etc.
    • Nahrungsmittel & Gerüche
      • Histaminhaltige Lebensmittel wie Käse, Fisch, Geräuchertes
      • Konservierungsmittel
      • Farbstoffe und künstliche Aromen
      • starke Gerüche
      • heiße, scharfe Speisen
      • Alkohol
    • physische Faktoren
      • Temperaturwechsel, Hitze, Kälte, Sonnenlicht
      • Reibung, Ruckeln, Massagen, Physio
      • körperliche Anstrengung, Sport
    • psychische Faktoren
      • Aufregung, emotionaler Stress
      • Schlafmangel
    • Infektionen
      • insbesondere virale Infekte
    • Hormone
      • Schilddrüse, Zyklus
    • Allergene und Impfungen

So, wer sich durch diesen ganzen Text gelesen hat, der weiß nun, dass MCAS tückisch ist – schwer zu diagnotizieren (kennt kaum einer, obwohl wahrscheinlich 17 % der Bevölkerung betroffen sind), Auslöser sind schlecht oder gar nicht zu vermeiden und das Ganze ist leider noch dazu nicht gut zu behandeln. Man versucht zwar die Trigger zu vermeiden, was beispielsweise bei histaminreicher Nahrung noch machbar ist, aber bei Hitze oder auch (positivem) Stress echt schwierig bzw. unmöglich. Medikamentös sind das vorallem Antihistaminika, die zur Anwendung kommen, aber eine echt Behandlung gibt es (noch) nicht.

Zudem steht eine ME/CFS-Erkrankung im Raum, die ich immer noch nicht so recht wahrhaben will. Aber die massive Fatigue macht definitiv Probleme und Crashs sind leider eher die Regel geworden als eine Ausnahme. Wer mich besser kennt ahnt, dass Pacing als oft wirksames Mittel gegen diese Crashs für mich extrem schwer ist. Ich arbeite dran …

Aber was bedeutet das alles im Alltag für mich? Viele von euch kennen mich über die Pferde. Mein (fast) ganzes Leben haben mich meine Hunde und Pferde begleitet, ich hatte bis zu drei eigene Pferde, habe sie jahrelang in Eigenregie gehalten und u. a. Wettkämpfe bis ins internationale Niveau im Distanzsport bestritten.

In den letzten Jahren haben die Einschränkungen schon dazu geführt, dass ich nur noch freizeitmäßig geritten bin und ganz zum Schluss zwei Fohlen aus der wunderbaren Canela gezogen habe. Leider wurde mir auch der regelmäßige Umgang mit dem Pony zu viel, die Versorgung und Bewegung bei Hitze und Kälte (siehe Trigger) haben mich völlig überfordert. Jahrelang habe ich herausgezögert, was ich nicht wahrhaben wollte – Pferdehaltung geht für mich nicht mehr.

Canela ist in ein ganz tolles neues zu Hause gezogen. Ich vermisse sie sehr. Es fällt mir schwer, diese Zeilen zu schreiben. Aber es ist so, ich lebe ohne das beste Pony der Welt.

Und ich kann keine längeren Strecken mehr gehen, nicht lange stehen. Also weder wandern, noch lange Spaziergänge mit meinem Hund Paul machen. Ohne meinen Mann könnte ich den Paul auch nicht mal mehr ansatzweise auslasten.

Inzwischen versuche ich, mir zumindest mein Hobby Reisen zu erhalten. Da ich keine langen Strecken mehr fahren kann, bei MCAS wird dazu geraten nicht länger als 1,5 Stunden im Auto zu sitzen, da die Erschütterungen die Mastzellen triggern, versuche ich nahe Ziele zu finden oder etappenweise zu fahren.

Das Wohnmobil ist mein Versuch, mir das zu ermöglichen: Reisen und vielleicht auch mal gute Freunde zu besuchen, die etwas weiter weg wohnen. Bisher klappt das leider nur so mäßig, einen Versuch Freunde in der alten Heimat Baden-Württemberg zu besuchen, musste ich abbrechen und mich unterwegs abholen lassen. Der Verlust der Unabhängigkeit ist nicht leicht für mich.

Und seien wir ehrlich: soziale Teilhabe ist als erstes weg. Mit meiner Erkrankung sitzt man nicht mehr abends in der Kneipe und trinkt ein Bierchen, man besucht auch keine Konzerte mehr und steht dort mehrere Stunden bei lauter Musik. Man besucht keine Partys und wenn die anderen Feierabend haben und sich über ein Treffen freuen würden, liegt man völlig erschöpft auf dem Sofa – wartend auf die nächste schmerzhafte, schlaflose Nacht.

Wenn man doch mal verabredet ist, die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man ziemlich sicher kurzfristig ab, weil man einfach nicht mehr kann (sorry, ich bin eigentlich nicht unzuverlässig!). Eine chronische Erkrankung schränkt ein, auch wenn man sie auf den ersten Blick nicht sieht …

Rundreise durch viele Naturparks im Sommer 2024 mit Wohnmobil in Südschweden

Eigentlich hatten wir dieses Jahr geplant, uns in Schweden ein Ferienhaus zu nehmen. Gleichzeitig wuchs in uns der Wunsch, doch lieber mit dem Wohnmobil zu reisen, weil es aufgrund meiner Erkrankung besser ist nur kurze Strecken zu fahren und flexibler zu sein. Zudem ist es mit dem Wohnmobil einfach weniger aufwändig irgendwo anzuhalten und zu übernachten.

Unser neues Wohnmobil ist ein Ford Big Nugget. Ausgestattet mit einem Automatikgetriebe und allen möglichen Assistenzsystemen lässt es sich auch von mir trotz der Muskelproblematik ganz gut fahren, wobei ehrlicherweise Jens die Strecken im Urlaub zurücklegt.

Der neue: ein 6 Meter Kastenwagen mit Automatik, Dachklima und Solar.

Wir sind dann ganz entspannt in mehreren Etappen und mit Zwischenübernachtungen über die Vogelflugroute nach Schweden gefahren und haben uns als erstes Ziel den Nationalpark Söderasen ausgesucht. Der Nationalpark besticht durch tiefe Täler und beindruckende Schluchten. Aber es gibt auch eine behindertenfreundliche Route um den See im Skäralid-Tal, sodass auch ich ein bisschen spazieren gehen konnte, während Jens und Lotta auf Entdeckungstour gegangen sind.

Der Beginn der kurzen Strecke für mich. Toll, dass es in Schweden sowas gibt!

Schwedens Natur ist einzigartig und im ganzen Land verteilt sind 29 ganz unterschiedliche Nationalparks. Der Åsnen Nationalpark besteht zu 75 % aus Wasser. Große Seen und viele Feuchtgebiete, ein Binnenschärengarten und Buchenwald prägen die Landschaft. Natürlich haben wir an einem wunderschönen See gewohnt.

Anders als auf den früheren Schwedenreisen sind wir dieses Mal von Campingplatz zu Campingplatz gereist. Einerseits erspart man sich einfach viel Herumgefahre und Stellplatzsuche, sodass ich nicht zu lange im Auto sitzen musste, andererseits hat die Technik nicht so mitgespielt – die Aufbaubatterien verloren stark an Leistung und müssen von einer Fachwerkstatt geprüft werden.

Nach dem gemütliche Leben am See sind wir an die Ostsee gefahren und unsere nächste Station war in der Nähe von Västervik an der Ostsee. Die „Perle der Ostküste“ liegt in der Provinz Småland und ist recht beliebt bei Sommerurlaubern. Die Schären dort sind wunderschön, für uns war es leider zu touristisch, sodass wir nach einem Tag schon weiter gefahren sind. Aber wir hatten einen schönen Tag am Meer.

In diesem Bereich des Campingplatzes war es etwas ruhiger.

Ein bisschen weiter nördlich auf dem St. Anna Archipel, einem der Schärengärten von Östergötland, war es viel idyllischer. Es gibt viele kleine Inseln und die Region ist bei Kanufahrern sehr beliebt. Hier sind wir dann auch ein paar Tage geblieben und haben einfach die Ruhe und das Meer genossen.

Das ist für mich Schweden: Ruhe und der Blick aufs Wasser.

Ganz in der Nähe in der Stadt Söderköping haben wir einen kleinen Stadtbummel gemacht. Söderköping hat eine süße Altstadt mit Kopfsteinpflaster und Holzhäusern und war im Mittelalter ebenso bedeutend wie Stockholm. Die großen Schiffe, die dort auf dem Götakanal fahren, sind wirklich beeindruckend.

Der im 19. Jahrhundert gebaute Götakanal ist eine beliebte Touristenattraktion.

Wir hätten gerne von hier aus einen Ausflug nach Stockholm gemacht, aber dort waren die citynahen Stellplätze alle ausgebucht und weite Wege sind leider nicht mehr möglich. Wir haben uns dann dazu entschieden wieder ins Landesinnere zu fahren und einen weiteren Nationalpark anzusteuern.

Im Nora Kvill Nationalpark hat Jens dann mit Lotta eine tolle Runde gedreht, für mich waren die Wege steil und zu uneben. Mit seinen riesigen Felsbrocken und den umgestürzten Bäumen gilt der Nora Kvill als kleine Wildmark.

Lotta liebt klettern!

Übernachtet haben wir in Mariannelund. Der Campingplatz liegt direkt neben dem Filmdorf Småland, in dem man Schauplätze der Astrid Lindgren Verfilmungen bewundern kann. Demensprechend war er leider völlig überlaufen, so dass wir dort nur eine Nacht bleiben wollten. Die Umgebung ist aber wirklich wunderschön und sehr zu empfehlen.

Wir haben uns bei Tolk auf einen Natur-Campingplatz wohler gefühlt. So stellt man sich Schweden vor: wunderschöne Natur an einem idyllischen See.

Leider ging unser Weg langsam Richtung Trelleborg, wo wir eine Fähre für den Rückweg gebucht hatten. Ich wollte aber gerne noch mal in einen Elchpark, sodass wir uns in Markaryd mit dem eigenen Bulli auf Safaritour begeben haben.

Die Elche bleiben dicht am Wegesrand liegen.
So wunderschöne Tiere!

In Markaryd gibt es auch einen tollen Campingplatz direkt am See mit einem Badeplatz.

Schöner geht es gar nicht mehr, also nehmen wir einfach beeindruckender: Hovs Hallar Naturreservat. Die beeindruckenden Klippen sind zwar gut besucht, aber auch wirklich einen Ausflug wert!

Jens und die Hunde waren ein bisschen auf den Felsen unterwegs.

Zu gerne wäre ich dort auch bis ans Meer runtergegangen, doch die Wege waren natürlich zu felsig und steil für mich. Wir sind dann stattdessen nach Vejbystrand weiter gefahren, wo wir alle ins Wasser konnten. Es gibt dort nicht nur einen schönen Hundestrand, sondern auch einen verwunschenen Wald, mit bizarren Bäumen, die der Wind geformt hat.

Sieht aus wie Trollskogen auf Öland ist aber Vejbystrand an der Westküste.

Unsere letzte Station vor der Fähre sollte dann nicht zu trubelig und überlaufen sein, die Camping und Stellplätze in Hafennähe sind erfahrungsgemäß nicht schön, weshalb wir noch mal im Söderasen Nationalpark angehalten haben.

Hier konnten die Hunde nochmal ausgiebig plantschen.

Ich bin froh, dass ich trotz meiner Multisystemerkrankung in den Urlaub fahren konnte. Die Symptome, die von neurologischen, kardiovaskulären, gastrointestinalen bis zu muskuloskeletalen uvm. reichen, machen das nicht immer einfach, aber ich habe mir fest vorgenommen: Wir kommen ganz sicher wieder!

Ganz vorne steht der Nugget – der will wieder zurück nach Schweden.

Unser Reitponyfohlen Del Sol von Diamantino Gold T aus meiner Palominostute Canela (Can Dance / Danny Gold)

Er ist da! Unser wunderbares Hengstfohlen von Diamantino Gold http://www.tuepker-pferde.de/. Canela hat uns wieder zehn Tage warten lassen, aber dann hat sie ganz problemlos einen wunderbaren Palomino geboren. Beide sind topfit und der kleine Hengst verzaubert uns alle jeden Tag! Aufgeschlossen, mutig und kuschelig – noch dazu wunderschön!

Danke an Johanna Krüger für die wunderbaren Fotos von dem erst zwei Tage alten Fohlen Del Sol.

Johanna hat auch ein paar Wochen später nochmal wundervolle Bilder gezaubert.

Aufgrund der Nachfragen: Del Sol hat ein wunderbares neues Zuhause gefunden.

Der vorerst letzte Roadtrip mit Kastenwagen – Unsere Rundreise durch Dänemark

Begonnen haben wir unsere Rundreise mit der südlichsten Insel im Westen Dänemarks auf Rømø. Der breite Sandstrand, der sich an zwei Stellen mit dem Auto oder Wohnmobil befahren lässt, ist ja quasi Kult, sodass wir dort auch unbedingt Station machen mussten. Da es etwas kühler war, war gar nicht so viel los und man konnte wirklich fast ungestört über die herrliche Weite blicken.

Das Wohnmobil als Windschutz, das Meer im Rücken – so würde ich gern öfter Mittagessen!

Weil uns der oft gelobte und deshalb auch von uns geplante Stellplatz auf Rømø uns wirklich so gar nicht gefallen hat, dort stehen Hunderte von Wohnmobilen auf Schotterplätzen in der Runde geparkt, sind wir weiter bis Ribe gefahren. Ribe ist eine niedliche Kleinstadt mit großer Geschichte.

Die älteste Stadt Dänemarks war einmal ein bedeutender Nordseehafen und der erste Bischofssitz Dänemarks. Die Altstadt Ribes habe ich erst vor ein paar Tagen im Fernsehen wiedergesehen – im Krima „Rauhnächte“ in der ARD.

Die Altstadt ist sehr gut erhalten und absolut sehenswert.
Viele Besucher sind am Wochenende in Ribe unterwegs – und die „Sitz-bleib-Übung“ für Paul war recht schwer.
Ribe liegt fünf Kilometer weit im Landesinnern, weshalb die Waren früher mit kleinen Schiffen in den Hafen transportiert wurden.

In Ribe gibt es einen kostenlosen Wohnmobil-Stellplatz, der natürlich hoffnungslos überlaufen war. Leider ist Wildcampen in Dänemark nämlich nicht erlaubt, was die Suche nach Schlafplätzen natürlich etwas komplizierter gemacht hat als letztes Jahr in Schweden.

Unser nächster Halt führte uns in den Marbaek Naturpark. Heide, Strand und ein von der Eiszeit geprägtes Naturschutzgebiet mit einem großen Waldgebiet sind abwechslungsreich und nicht überlaufen. Ganz in der Nähe liegt der kleine Sjelborg Camping, von dem aus man auch in wenigen Minuten zu Fuß bis an den Strand gehen kann.

Das Waldgebiet grenzt direkt ans Meer.
Wenige Menschen und viel Platz für die Hunde – so habe ich mir Urlaub vorgestellt!

Der Marbaek Naturpark gehörte definitiv zu den Highlights der Reise und später habe ich mir gewünscht, länger dort geblieben zu sein, weil es so schön ruhig war. Aber ein Nachteil der Roadtripps ist, dass man immer denkt, es kommt noch was schöneres und weiter fährt … Eigentlich hatten wir geplant als nächstes am Ringköbing Fjord zu bleiben, doch dort war es uns definitiv zu voll und zu touristisch. Die allgemeine Begeisterung für Hvive Sande konnte ich ehrlich gesagt nicht teilen. Etwas nördlicher am Nissum Fjord haben wir uns deutlich wohler gefühlt und auch spontan einen netten kleinen Campingplatz gefunden.

Der weite Strand, fast menschenleer und viel Platz für die Hunde!
Bevor wir weitergefahren sind, haben wir uns zum Frühstücken ans Meer gestellt. Eine schöne Routine, an die ich mich gewöhnen könnte!

Um die Fähre zu umfahren, haben wir anschließend den etwas weiteren Weg zum Nationalpark Thy gewählt. Dort hatten wir auf weniger Trubel gehofft, als uns dann in Agger tatsächlich empfing. Auch in der Nähe von Lodbjerg Fyr, dem berühmten Leuchtturm, waren mehr Menschen unterwegs als erwartet, sodass wir uns etwas abseits den kürzesten Weg an den Strand gesucht haben.

Dünenwege, so stellt man sich Dänemark vor.
Der kürzeste Weg führte an den schönsten Strand!

In dieser Gegend gibt es nicht so viele Campingplätze und es war etwas mühsam, nach einem anstrengenden Tag einen erträglichen Schlafplatz zu finden. Aber wir wollten im Naturpark nicht frei stehen. Wildcampen ist nämlich in Dänemark nicht erlaubt und ich wollte nicht dazu beitragen, dass immer mehr Wildcamper letztendlich zu immer mehr Parkverboten führen. Da übernachte ich lieber auf einem Campingplatz und freue mich, dass es tagsüber auch in den Nationalparks keine Beschränkungen für Wohnmobile gibt.

In Stenbjerg gibt es zwei Campingplätze, es liegt etwas abseits, sodass man eigentlich immer noch einen freien Platz ergattern kann.

Am nächsten Tag sind wir zum Bulbjerg gefahren. Der 47 Meter hohe Felsen, auch Jütlands Schulter genannt, ist vor allem als Vogelfelsen bekannt. Die Wanderung auf den Felsen haben wir uns aber erspart. Die vielen Möwen sind beeindruckend, bis zu 500 Paare der Dreizehenmöwe brüten hier.

Der Bjulberg ist ein imposanter Kreidefelsen und Dänemarks einziger Vogelfelsen.

Für die Gegend oberhalb des Limfjord, die Jammerbucht, hatten wir einen Campingplatz herausgesucht, den ich absolut empfehlen kann. Auf dem Svinklov Camping stehen die Camper in den Dünen und man kann zu Fuß an den Strand gehen. Der Preis ist etwas hoch, aber die Lage ist wunderschön.

Hier sind wir ein paar Tage länger geblieben.
In den Dünen stehen die Camper nicht zu eng beeinander.
Vom Campingplatz geht es direkt über die Dünen ans Meer.
Ein Hundeparadies mit täglichem Freilauf!

Zu einer Dänemark-Rundreise gehört natürlich Skagen. In der nördlichsten Stadt Dänemarks treffen Nord- und Ostsee, Skagerak und Kattegat zusammen – demensprechend gut besucht ist dieser Ort. Skagen ist bekannt für sein besonders schönes Licht, von dem sich zahlreiche Maler bereits im vorletzten Jahrhundert inspirieren ließen. So richtig idyllisch ist es in dem beliebten Ort natürlich nicht mehr, weshalb wir ihn nach dem Besuch der Landspitze wieder verlassen haben.

Man muss wohl einmal dort gewesen sein, um mit beiden Füßen in unterschiedlichen Meeren zu stehen.

Welches Meer war das denn nun?

Da uns der Stellplatz in Skagen nicht gefallen hat, einen trubeligeren Parkplatz kann ich mir kaum vorstellen, sind wir weitergefahren.

15 Kilometer von Skagen entfernt kann man in der Wüste wandern gehen – so fühlt es sich nämlich an, wenn man auf der höchsten Wanderdüne Nordeuropas steht, der Råbjerg Mile. Das Dünengebiet beträgt etwa 100 Hektar, die von der etwa 40 Meter hohen Dünenspitze wirklich beeindruckend sind. Zum Glück ist der Weg zum Parkplatz bis auf den Aussichtspunkt nicht weit und man muss auch nicht durch den tiefen Sand stapfen.

Aussicht über die Wüste!

Unsere nächste Station auf dem Weg an die Ostküste war Aalborg, die Stadt, die wiederum an der Nord-Ostseite des Limfjord liegt. Aalborg ist ein nettes Städtchen, indem wir wieder am Hafen einen guten Übernachtungsplatz hatten. Viele Yachthäfen in Dänemark bieten auch Wohnmobilplätze an, deren Lage oft ideal für Stadtbummel ist und deren Ausstattung meist hervorragend ist – noch dazu für einen vergleichsweise geringen Preis.

Im Hafenbereich wird viel modernisiert.
Trotz regnerischem Wetter hat uns die Altstadt von Aalborg gut gefallen.

Unweit des Hafens gibt es ein ganz besonderes Stadtviertel: in Fjordbyen leben seit den 1950ern/60ern freiheitsliebende Menschen, die sich ihre ganz eigenen Häuschen gebaut haben. Aus einem Sammelsurium ist eine Art kleines Christiana entstanden, bunt, vielfältig und äußerst sympatisch.

Für mich persönlich der schönste Stadtteil: Fjordbyen.
Kein Haus wie das andere und überall gibt es etwas zu bestaunen!
Den Stellplatz am Hafen kann ich trotz anders lautender Empfehlungen in den Camping-Apps sehr empfehlen.

Nachdem wir genug Stadt gesehen hatten, haben wir uns ins nächste Naturschutzgebiet aufgemacht. Der Nationalpark Mols Bjerge ist in der Eiszeit entstanden und besteht aus Wäldern, Küstenlandschaften und Bergen. Sehenswert ist die Schlossruine Kalø.

Dort kann man übrigens nicht übernachten, die Angabe in manchen Camping-Apps ist falsch.

Die Schlossruine Kalø liegt einen halben Kilometer entfernt von der Küste und ist über einen Damm zu erreichen.
Die Aussicht von der Ruine ist beeindruckend.

Da das Wetter nur mäßig war, haben wir uns für die nächste Station wieder eine Stadt ausgesucht. Aarhus ist die zweitgrößte Stadt Dänemarks und hat einen äußerst hässlichen und engen Wohnmobilstellplatz. Zudem ist der Stellplatz für Hundebesitzer nicht zu empfehlen, die Auslaufmöglichkeiten sind doch sehr begrenzt. Aber ich will nicht meckern, wir haben mit viel Glück den letzten freien Platz erwischt und konnten nah am Zentrum übernachten.

Im Hafenbereich wird viel gebaut und modernisiert – vielleicht gibt es deshalb so wenig Grün.

Ideal für das regnerische Wetter war hingegen das Freilichtmuseum Den Gamle By. In der „alten Stadt“ gibt es wunderschöne alte Fachwerkhäuser zu bestaunen, in alten Handwerkerhäusern werden die Handwerker beim Arbeiten nachgestellt, Hinterhöfe und Läden sind teilweise geöffnet. Die Rundreise beginnt vor 1900, zeigt eine „neue Zeit“ aus den 1920ern und in den 1970er konnte ich Teile meiner eigenen Kindheit bestaunen.

Die Fachwerkhäuser sind liebevoll restauriert und in den Beschreibungen ist genau dargestellt, woher sie stammen.
Sogar eine Kutschfahrt durch die Vergangenheit ist möglich.
Extra für den Maler – die Malerwerkstatt.
Diese Reise in die Vergangenheit hätte nicht sein müssen, Ständerhaltung mit angebundenen Pferden finde ich auch im Museum nicht akzeptabel.

Nach dem Städtetrip sind wir weiter auf die Insel Fyn. Hier haben wir lange gesucht, bis wir einen Stellplatz gefunden haben. Leider ist es in der Sommerzeit so, dass viele Stellplätze überfüllt sind und man gezwungen ist, immer weiter zu fahren. So stelle ich mir Roadtrips und Freiheit eigentlich nicht vor, ist aber dank des Campingbooms inzwischen Realität..

Endlich angekommen: Meer geht immer!
Beim Abendspaziergang entschädigt die Aussicht.

Auf Fünen war es uns zu touristisch und zu voll. Anstatt weiter über die Inseln zu fahren – wir hatten auch überlegt, Station in Kopenhagen zu machen – sind wir wieder aufs Festland Richtung Haderslev. Hier wollten wir eigentlich erstmal nur einkaufen, aber das Örtchen ist niedlich und es gab Platz auf dem Stellplatz (ja, wieder am Jachthafen), sodass wir geblieben sind. Die historische Innenstadt ist sehenswert und war dann letztendich unsere letzte Station auf dem Dänemark-Trip. Da das Wetter schlechter wurde und die Stellplätze überfüllt waren, haben wir uns ein oder zwei Tage eher auf den Rückweg gemacht.

Abschiedsbild der letzten Kastenwagenreise.

Ganz privat: Unsere Hochzeit auf dem Feuerschiff in Cuxhaven

Ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe geheiratet. Nachdem wir ein paar wirklich schwierige Jahre mit vorübergehender Trennung hatten, haben Jens und ich uns wieder zusammengerauft und so kam irgendwann die Idee uns jetzt doch mal zu trauen. Ich wollte unbedingt am Meer heiraten, was für uns Reisende, die wir so gern unterwegs sind, auch passend ist. Die Wahl fiel auf das Feuerschiff Elbe 1 in Cuxhaven am Pier „Alte Liebe“ (wie passend!). Das Feuerschiff ist bereits x-mal gerammt worden und nicht untergegangen, auch diese Symbolik erschien uns passend … Den Rest seht jetzt selbst.

Alle Fotos hat Wladimir Hoffart gemacht, der das Shooting sehr professionell begleitet hat – und sicher ein wenig verzweifelt ist mit diesem so wenig typischen Brautpaar mit den drei Hunden. Danke für deine Geduld, Wladimir! https://www.foto-hoffart.de/

Die standesamtliche Trauung in der Offiziersmesse. Unsere Eltern konnten uns begleiten und auch die Hunde liegen alle drei irgendwo im Raum verteilt.
Aussicht an Deck der Elbe 1. Wohin uns unser Weg wohl noch führen wird?
Ich wollte gerne ein Strandshooting mit den Hunden. Danke dafür, dass ihr alle so gut durchgehalten habt! (Easy hat sich mit den Eltern eine Auszeit genommen.)
Nun aber alle zusammen! Just Married!

Fotoshooting mit Collie Paul und Golden Retriever Lotta am Nordseestrand von Hooksiel

Mein Amerikanischer Colliebub Paul ist nun gute zwei Jahre alt und hat sich zu einem stattlichen Rüden entwickelt. Für meinen Geschmack hätte er zwar etwas kleiner bleiben können, aber mit seinen 72 Zentimetern ist er tatsächlich so groß geworden wie sein Vater.

Letzten Monat hatten wir ein tolles Fotoshooting an der Nordsee in einem meiner Lieblingsorte, am Strand von Hooksiel. Jessica Quatmann hat den Termin wunderbar locker und angenehm gestaltet – bei Tierfotografie keine Selbstverständlichkeit – und absolut bezaubernde Fotos geschaffen.

https://www.jessica-quatmann.de/

Zu den Bildern vom Shooting in Hooksiel gehören auch noch ein paar Lauffotos von Paul und Lotta, die ich unbedingt haben wollte. Der Paul sieht einfach unglaublich elegant aus, wenn er Gas gibt oder was meint ihr?

Pauls Freundin Lotta stammt übrigens aus der Zucht von Familie Wagemann: https://www.golden-retriever-wagemann.de/ Lotta sieht aus wie ihre Mutter Sannie!

Mein absolutes Lieblingsbild!
Die beiden Quatschköpfe! Wer ist schneller?
Er kann nicht anders – Paul muss zum spielerischen Angriff übergehen.
Hier fixiert Lotta einen kleinen Stock, zum Glück keine Möwen in Sicht!

Unser erstes Fohlen aus der Reitponystute Canela (v. Can Dance) von D’accord T: Herzlich willkommen, kleiner Palominohengst!

Es ist endlich da! Unser erstes Fohlen aus der Canela (v. Can Dance) von D’accord T. Ich war ja schon etwas ungeduldig, Canela hat nämlich 1,5 Wochen übertragen – aber gut, es sollte wohl ein Osterhase werden. Aber schaut selbst, hier ist er, unser kleiner, bunter Ponyhengst! Er ist schon ganz neugierig und hat mich vorhin zur Begrüßung angewiehert und beschnuppert, er steht und trinkt, was will man mehr?

Zur Eintragung waren die beiden auf der Stutenschau vom Westfälischen Zuchtverband in Lengerich.

Dakota ist in der fremden Umgebung mit Mama Canela mitgelaufen, ohne vor irgendwas zu scheuen – ich bin stolz auf die beiden!

Alle Fotos: Johanna Krüger

Was für ein wunderschönes Gesicht! Ich finde dieses blaue Auge einfach mega hübsch!
Immer schön bei Mama bleiben – Dakota war wirklich anständig!
Und auch Canela hat sich natürlich hervorragend benommen.
Ich war froh, dass ich Hilfe bekommen habe beim Vortraben!
Canela ist bei dieser Gelegenheit übrigens ins Stutbuch 1 eingetragen worden.

Mit den beiden hübschen Palominos haben wir noch ein Shooting mit Anna Brockjan gehabt Anna begleitet Canela und mich schon seit Jahren, die ersten Fotos hat sie von der 3-jährigen Canela gemacht und nun die ersten von Canelas Sohn Dakota.

Alle Fotos: Anna Brockjan
Familienausflug – fehlen nur noch die Hunde!
Dakota ist so hübsch wie seine Mama Canela!

News: Dokota ist im Herbst zu seiner tollen neuen Besitzerin gezogen. Ich wünsche Kathrin viel Freude an dem wunderbaren Hengstfohlen und bin sehr froh, dass Dakota so nette neue Menschen gefunden hat!

Meine persönlichen Impressionen: So ein Januar ist auch nur ein November …

Hallo zusammen, da man sich ja wieder selten live sieht, hier mal ein paar Januarimpressionen. Was eigentlich ganz schön begann, mit einem Kurzurlaub und einem tollen Geburtstagsabend, ist heute tatsächlich Novembergrau. Das liegt zunächst mal am Wetter: Es regnet, ist kalt und „usselig“.

Außerdem umkreisen mich gerade die steigenden Coronazahlen. Auch in meinem Umfeld gibt es immer mehr positive Fälle, aber bisher habe ich Glück. Trotz meiner fiesen Erkältung mit Kopf- und Halsschmerzen, Husten und Schnoddernase kein Corona. Ich hoffe sehr, dass das so bleibt!

Meine tragende Reitponystute Canela ist ins Mutter-und-Kind-Heim bei ihren Züchtern gezogen. Wie man sieht, fühlt sie sich wohl!
Ich freue mich ebenfalls über die Möglichkeiten, die uns die Reithallen bieten. Eine Longierhalle ermöglicht uns auch mal Freiarbeit. Ansonsten reiten wir noch regelmäßig.
Gestern war das Wetter besser: Ich habe mit Canela die Sonne genossen und wir haben einen langen Spaziergang gemacht!
Auch eine Januarimpression: Der Paul übt sich weiter im Mantrailing. Die Konzentration fällt ihm gerade sehr schwer, der Kastrationschip hat seinen Hormonhaushalt arg durcheinander gewirbelt. Ich bin gespannt, ob sich das noch bessert.