Buchtipp für Hundehalter: Alleinsein üben

Das Alleinsein ist dem Rudeltier Hund nicht gerade in die Wiege gelegt und so mancher Hund leidet doch arg unter Trennungen. Die lassen sich im Arbeitsalltag natürlich nicht immer vermeiden und so bin ich froh, dass ich für beide Hunde je einen Hundesitter habe, zu dem sie dürfen, wenn ich länger außer Haus bin.

Das Thema Alleinebleiben hat mich vor allem nach meinem Umzug im letzten Jahr viel beschäftigt und ich habe mich gefreut zu sehen, dass Celina del Amo zu diesem Thema ein neues Buch veröffentlicht hat. Ich kenne Celina aus meiner Zeit beim Ulmer Verlag, wo ich sie als sehr kompetente Autorin kennengelernt habe.

Celina ist Tierärztin mit der Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie und geht in ihrem Ratgeber zunächst darauf ein, warum das Alleinsein bei Hunden oft Stress auslöst. Auch Hunde, die nicht durch extremes Geheule und Gebelle auffallen, sodass sich die Nachbarn beschweren, haben oft Trennungsangst.

Sie ist weg … Ich habe mit dem Handy gefilmt und gesehen, dass meine Hunde erstmal an der Tür warten, ob ich nicht gleich zurückkomme.

Die Bestandsaufnahme zu Beginn des Buches hat mich dann auch dazu veranlasst, mein Handy ab und zu zu Hause zu lassen und meine Hunde zu filmen, wenn ich das Haus verlasse. Obwohl meine kleine, alte Easy gar nicht mehr gern alleine ist, ist der einjährige Paul in ihrer Gesellschaft natürlich viel entspannter. Für Zeiten ohne Easy habe ich ihm einen Schnüffelteppich gekauft, mit dem er sich länger beschäftigt als mit Knabbersachen.

Mit dem Schnüffelteppich hat Paul länger zu tun als mit einem Kauknochen.

Im Buch werden dann Übungen vorgestellt, mit denen das Alleinsein vorbereitet werden kann. Das sind beispielsweise das Liegeplatztraining und die Übung Bleib, die schrittweise aufgebaut und immer belohnt werden. Die Beschreibungen sind verständlich und gut nachvollziehbar. Sehr gut finde ich den Teil, indem vorgestellt wird, wie man den Liegeplatz seines Hundes aufwerten kann. Schließlich liegen die meisten Hunde doch am liebsten genau dort, wo man selbst ist, und für ein problemloses Alleinebleiben ist das unabhängige Aufsuchen eines Ruheplatzes doch sehr vorteilhaft.

Richtig hilfreich ist es auch, sich bewusst zu machen, welche Vorboten des Alleinebleibens der Hund wahrnimmt: Man zieht sich die Schuhe an, nimmt den Schlüssel usw. Ich habe gleich angefangen die ersten Tipps aus dem Buch umzusetzen und ziehe immer mal wieder meine Jacke an und gehe kurz aus dem Haus, um das Verlassen des Hauses selbstverständlicher zu machen. Sicherlich wundern sich meine Nachbarn inzwischen, warum ich dreimal am Tag mit Jacke und Schuhen zu den Mülltonnen oder zur Garage gehe!

Aber man kann das Alleinsein nicht genug trainieren. Und genau deshalb kann ich dieses Buch wirklich nur jedem ans Herz legen, der einen jungen Hund hat oder einen, der sowieso ungern alleine bleibt oder es jetzt während der Coronazeit nicht mehr wirklich gewohnt ist. Viel Spaß und Erfolg beim Training!

Celina del Amo: Alleinsein üben. Trennungsangst vorbeugen. Create Space, 2021. 979-8703860182

Buchtipp: Marc Elsberg „Blackout“

Vielleicht liegt es an dem schier endlosen Corona-Lockdown, dass ich in den letzten Tagen nochmal ein Buch in der Hand hatte, das sich mit einer durchaus vorstellbaren Katastrophe beschäftigt. In Marc Elsbergs „Blackout – Morgen ist es zu spät“ bricht das Stromnetz zusammen. Ich gebe zu, das Buch ist schon etwas älter, es ist 2012 erschienen, aber das Szenario geht mir irgendwie nicht aus dem Kopf.

Durch die immer weiter fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung unserer Welt sind wir dermaßen abhängig vom Stromnetz geworden, dass die Story wie Elsberg sie erzählt durchaus denkbar ist.

Im Roman werden verschiedene Handlungsstränge zusammengeführt, das ist manchmal etwas langatmig geworden, zumal die einzelnen Charaktäre etwas flach geraten sind. Aber seine Faszination entwickelt das Buch für mich, indem es aufzeigt, was alles ohne Strom nicht mehr funktioniert: Dass unser Kommunikationsnetz absolut abhängig vom Stromnetz ist, wissen wir wohl alle. Wer war mit der Handyladekabel nicht schon irgendwo auf der Suche nach einer Steckdose? Aber dass die Dieselgeneratoren, die beim Stromausfall eingesetzt werden, beispielsweise nicht nachbetankt werden können, da die Tankstellen natürlich ebenfalls nicht ohne Strom funktieren, macht man sich meist nicht bewusst. Und so reihen sich viele Dinge aneinander, für die wir Strom brauchen. Kernkraftwerke ohne Strom werden zur Gefahr für alle, weil die Kühlung nicht mehr funktioniert. Je weiter digitalisiert der eigene Haushalt ist, desto abhängiger ist er vom Strom. Man denke nur an elektrische Rolländen und die elektronische Steuerung der Heizung. Und natürlich führen Kraftstoff- und Lebensmittelmangel (Transportwege brechen zusammen) zu Unruhen und Gewalt.

Zum Glück nur Fiktion. Hoffentlich.

Marc Elsberg: Blackout. Morgen ist es zu spät. Blanvalet Verlag, 2012. 978-3-7645-0445-8