Testbericht Filzsattel

Wie angekündigt werde ich euch hier von meinen Erfahrungen mit dem Filzsattel von Isabel Steiner berichten. Da ich zuvor aber auch verschiedene andere Pads getest habe, zunächst ein paar Eindrücke von diesen baumlosen Reitpads.

Mein Vollblutaraber El Santee hatte eine schwierige Sattelage. (Foto: Assunta Gundlach)

Angefangen habe ich mit den Tests, weil ich mich eigentlich gerne mal ohne Sattel für eine kleine Runde aufs Pferd schwingen wollte. „Bummelrunde“ ohne Sattel war aber nicht so in El Santees Interesse, er mochte keine Gesäßknochen im Rücken und so musste ein polsterndes Pad her.

Zunächst habe ich die damals in Mode kommenden Fellsättel ausprobiert, weil viele Pferdebesitzer damit gute Erfahrungen gemacht haben. Durch den hohen Widerrist meines Arabers war es aber gar nicht so einfach einen Fellsattel zu finden, der nicht auf dem Widerrist klemmte und scheuerte. Viele Modelle passten schlichtweg nicht, einzig ein Modell von Christ und eines von Grandeur überzeugten von der Passform fürs Pferd. Leider saß ich auf beiden für meinen Geschmack zu breit auf dem Pferd und konnte die schwungvollen Gänge meines Arabers nicht mehr sitzen.

Dieses Modell passte ganz gut auf mein Rentnerpferd, aber ich konnte nicht gut in dem Fellsattel sitzen.

So hatte ich das Projekt „Reiten-ohne-Sattel“ fast aufgegeben, als ich von den Filzsätten von Isabel Steiner hörte. Dort gibt es Modelle für Pferde mit normalem Widerrist, den „Saffa“, und welche für Pferde wie El Santee in der Ausführung „L’amour“. Zudem gibt es den Sattel in verschiedenen Modellen und Farben, das ist vielleicht – abgesehen von der Sattellänge – für das Pferd nicht so wichtig, aber als Reiter freut man sich ja doch, wenn einem die oft teuer bezahlte Ausrüstung dann auch gefällt.

Ich habe also ein Modell für den hohen Widerrist ausprobiert und war begeistert! Endlich ein Reitpad bei dem der hohe Widerrist meines Pferdes frei war und in dem ich sitzen konnte – in allen Gangarten! Anders als auf den üblichen Reitpads setzt einen der Filzsattel nicht in den Stuhlsitz. Im Gegenteil: Das Bein ist gestreckter als in den meisten Sätteln, der Sitz wird lockerer und die Hüfte kann gut mitschwingen

Ich habe das Gefühl, dass es mit Filzsattel einfacher ist, Seitengänge zu reiten. Das Pferd spürt die Sitzveränderung direkter, schon die Hilfen über den Oberschenkel reichen oft aus und ersetzen den seitwärts-weisenden Schenkel. (Foto: Julia Waldenmaier)

Das liegt meiner Ansicht nach an der gepolsterten Sitzfläche: Pferde, die keinen Sitzbeinhöcker im Rücken spüren mögen, sind generell mit dem gepolsterten Modell deutlich zufriedener. Doch die Variante „Comfort“ polstert nicht nur die Wirbelsäule, sondern erhöht auch die Sitzposition, wodurch der Reiter es leichter hat, sein Bein entspannt hängen zu lassen. Die Problematik des Stuhlsitzes auf dem Pad entfällt quasi von selbst.

Inzwischen gibt es auch eine „Comfort Plus“ Variante, aber die habe ich noch nicht ausprobiert, da mein Sattelmodell etwas älter ist.

Mein Oldie lief also sehr entspannt mit dem Filzsattel, aber ich konnte mir nicht vorstellen, mein Jungpferd mit einem Sattelpad zu reiten. Ich hatte Sorge, wegen der fehlenden Bügel nicht ausreichend Halt zu haben. Es gibt zwar auch die Möglichkeit Steigbügel über eine spezielle Decke anzubringen, aber diese Variante hat mich wenig überzeugt. Inzwischen habe ich gemerkt, dass ich die Bügel gar nicht brauche, denn durch die entspannte Sitzposition hat man einen guten Halt auf dem Pferd und inzwischen reite ich auch Canela mit dem Filzsattel.

Ich nutze den Filzsattel oft bewusst als Möglichkeit ohne Bügel und mit locker herabhängenden Beinen zu reiten. Anfangs nur für einen gemütlichen Schrittausritt gedacht, nehme ich den Filzsattel mittlerweile gerne zum Dressurreiten. Dadurch, dass man näher am Pferd sitzt, kommen die Sitzhilfen viel besser beim Pferd an und man spürt direkt, wie das Pferd auf die Hilfen reagiert. Ich habe beim Reiten sonst schnell Probleme mit Verspannungen, im Filzsattel hingegen bleibe ich lockerer, weil ich mit viel weniger Hilfen auskomme.

Mit feinen Hilfen reiten – im Filzsattel fällt es einem viel leichter! (Foto: Julia Waldenmaier)

Ich hatte mich vorab von Isabel Steiner beraten lassen, die auch Testsättel gegen einen geringen Betrag zur Verfügung stellt und wirklich ausgeprochen kompetent, nett und schnell Rückmeldung zu offenen Fragen gibt. Diese Möglichkeit hat auch Helena Paulsen genutzt, die gerade mit ihrer Araberstute Mara den Filzsattel ausprobiert:

„Vor einigen Wochen durfte ich den Filzsattel von Silke leihen und habe ihn natürlich direkt im Unterricht mit meiner Vollblutaraberin Mara gestestet. Ich war auf Anhieb von dem tollen Sitzgefühl begeistert! Und auch Mara war ganz zufrieden, obwohl Silkes Modell für Maras hohen und weit in die Sattellage reichenden Widerrist noch nicht das Optimalste war. Ich reite sehr viel mit Bareback Pad, aber der Filzsattel setzt mich viel besser hin und hilft mir, mein Bein lockerer und länger zu lassen, ohne auf das Gefühl zu verzichten, dicht am Pferd zu sein.“ Mara bekommt nun auch einen Filzsattel, genauer gesagt den Skuggi L’Amour mit Comfortpolster und Comfort Plus, das ist ideal für ihren Rücken.

Araberstute Mara mit Testsattel. (Foto: Helena Paulsen)

Den Filzsattel empfehle ich oft und gerne weiter! Einziger Wehrmutstropfen ist, dass ich normale Satteldecken oft als unpassend unter dem Sattel empfinde. Ich nutze deshalb für meine Stute die Filzsatteldecke, die es passend zum Sattel gibt. Normalerweise genügt es, wenn man sie nach Gebrauch ausbürstet. Waschen finde ich schwierig und bisher habe ich mich nur an vorsichtige Handwäsche getraut.

Viele nützliche Infos und natürlich auch den Sattel selbst gibt es hier: https://www.filzsattel.de/

Vorschau: Testbericht Filzsattel

Ihr dürft euch auf eine Testbericht zum Thema Filzsattel freuen. Manche von euch wissen ja, dass ich schon mit meinem Senior El Santee teilweise mit dem Filzsattel von Isabel Steiner unterwegs war. Inzwischen reite ich auch meine Reitponystute Canela manchmal mit Filzsattel. Da ich immer wieder darauf angesprochen werde, habe ich beschossen, einen Blogbeitrag zu verfassen und von meinen Erfahrungen auf unterschiedlichen Pferden zu berichten.

Der junge Lipizzaner Siva trägt einen Filzsattel. Foto: Bala

Buchtipp: Pferde-Quizbuch

Frisch erschienen ist mein neues Bibi & Tina Pferde-Quizbuch. Die Rätselaufgaben gespickt mit kleinen Sachtexten sind was für kleine Pferdefreunde ab etwa 6 Jahren. Es gibt wirklich viele Infos von Reitbekleidung über Reittherapie bis hin zu Geländereiten und Zirkuslektionen. Die kindgerechten Erstlesetexte machen den Kleinen Spaß und sie können rätseln und ihr erstes Wissen testen.

ISBN 978-3-12-949677-0

Der Paul trailt …

Mein Langhaarcollie Paul hat letztes Jahr mit Zielobjektsuche angefangen und hatte dabei echt Spaß an der Nasenarbeit. So sind wir dazu gekommen, es einmal mit Mantrailing zu probieren. Leider gab es nach den ersten beiden Versuchen eine lange Lockdown-Pause, aber inzwischen geht es weiter. Hier eine kurze Impression vom zweiten Training.

Dank an Alex von MantrailingbyAlex!

Paul am Meer

Fotos aus Hooksiel gab es eigentlich schon genug, deshalb hier nur ein paar neue Paulfotos. So langsam wird er erwachsen …

Morgens früh und abends ist es am Hundestrand schön leer. Da können die Hunde auch mal flitzen …
Wasser ist halt selten da.
Dann nehmen wir einfach ein Blütenmeer.
Nur als Beweis: Ich habe einen Wassercollie!

Ausflugstipp Cuxhaven

Zu meinen Lieblingsorten für Kurztrips zählt definitiv auch Cuxhaven. In Sahlenburg gefällt mir nicht nur der Hundestrand, sondern auch der Wernerwald durch den man mit Hund und Pferd streifen kann, wenn man mal einmal nicht ans Meer will.

Mit Paul waren wir auch in der Innenstadt und am Hafen unterwegs. Trotz Pubertät hat er sich gut benommen!
Außerdem haben wir im Wernerwald und den Dünen ein bisschen am Fahrrad laufen geübt. Das klappt auch immer besser!
Am schönsten fanden wir es Abends im Watt, wenn alle Hunde frei laufen konnten!
Wir kommen wieder!

Buchveröffentlichung

Qusi druckfrisch liegt hier die überarbeitete Ausgabe des Buches „Pferde“ aus dem Kosmos Verlag vor (EAN: 9783440167427). Das Buch ist bereits in der 5. Auflage erschienen und wir haben einiges aktualisiert.

Von mir stammt der Teil zur Erziehung. Ich arbeite super gern mit Jungferden und an der Grunderziehung.
Aus dem Buch: Wer von euch kennt noch die gute Ronja?

Ausflug nach Luxemburg

Luxemburg war eines der ersten Länder, dass ohne Tests und Quarantäne zu bereisen war und noch dazu seine Campingplätze geöffnet hatte. Also haben wir uns letzten Monat mit dem Wohnmobil auf den Weg gemacht: unsere Tour ging über die Eifel nach Luxemburg und in die Luxemburgische Schweiz.

Die Landschaft hat uns sehr gut gefallen und ist sicher nochmal einen Ausflug wert.

Juhu, auf Tour! Ich liebe es einfach mit dem Wohnmobil loszufahren und mir unbekannte Gegenden zu entdecken.
Die erste Wanderung ging durch die Grüne Hölle bei Bollendorf. Was sich durch Zufall ergeben hatte, entpuppte sich als spannende Tour durch enge Schluchten.
Wir hatten etwas trübes Wetter, bei dem es sich aber gut wandern ließ!
An jeder Wegbiegung gab es etwas zu Entdecken.
Mit inzwischen gut einem Jahr ist Paul ein toller Wanderbegleiter geworden!
Am zweiten Tag waren wir in Luxembourg Stadt. Ich war froh, dass unser Wohnmobil so klein ist: Die Parkplatzsuche war abenteuerlich und es gab überhaupt nur Plätze für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen zul. GG.

Am letzten Tag waren wir dann an der Burg Vianden. Die Burg Vianden gilt als eines der schönsten Schösser überhaupt. Die von den Hohenstaufen geprägte Burg wurde vom 11. bis 14. Jahrhundert erbaut und ist eine der größten Residenzen der romanischen und gotischen Zeit in Europa.

Blick vom Ufer der Our auf die beeindruckende Burg.

Der kleine Ort Vianden liegt malerisch an der Our. Bei schönem Wetter ziehen viele Touristen durch den Ort, aber man kann sich auch auf einem der vielen Wanderwege aus dem Weg gehen.

Hinter mir die Our, vor mir Kaffee und Kuchen …
Da will man doch am liebsten gleich wieder los!

Paul geht zur Schule

Paul geht zur Hundeschule, genauer gesagt zu Barbara Möhlenkamp nach Kalkriese.

http://www.hundeschule-kalkriese.de/

Dort nimmt er am Longiertraining teil, damit ich ihn auch am Pferd „fernsteuern“ kann. Außerdem übt er frei zu arbeiten, ohne zu den anderen Hunden am Platz zu laufen … Das ist im Moment das schwerste!

Letzte Woche habe ich mal die ersten freien Kreise im Garten gefilmt, aber sehr selbst:

https://youtu.be/7EnlS5bn7Ig

Canela

Canela, mein Nachwuchspferd, ist eine Deutsche Reitponystute von Can Dance aus der Debby T von Danny Gold. Und dieses Pony ist so gut wie ihre Abstammung: klar im Kopf, unerschrocken und immer leistungsbereit. Ich habe sie 3-jährig von ihren Züchtern Eva-Maria und Hans-Dieter Tüpker erworben.

http://www.tuepker-pferde.de/

Im Moment steht sie gerade im Züchterstall und wird dort von Dàccord gedeckt. 2022 soll sie dann hoffentlich ihr erstes Fohlen bekommen.

http://neu.tuepker-pferde.de/?page_id=94

Anfangs noch ein schmales Püppchen, habe ich Canela erstmal ankommen lassen und auf die Weide gestellt.
Wir haben viel Bodenarbeit gemacht und auch dabei schon viel Spaß zusammen gehabt. (Foto: Anna Brockjan)
Im nächsten Winter ist Canela dann 4 Jahre alt geworden und ich habe angefangen, mit ihr kleine Ausritte zu machen.
Im Sommer sind wir dann in den Aktivstall nach Osnabrück umgezogen und haben auch mal einen Kurs mitgemacht: Zirkuslektionen mit Heidrun Hafen.
Canela wurde Reitpferd. (Foto: Anna Brockjan)
Und natürlich auch geländesicher. (Foto: Anna Brockjan)
In der Reithalle vom Stall Sudowe in Rulle haben wir dann mit Stangengymnastik begonnen. (Foto: Marei Zerth)
Im Sommer 2020 haben wir unseren ersten Wanderritt unternommen – ganz allein.
Pause muss sein!
Canela wird langsam erwachsen und ein richtiges Reitpferd! (Foto: Marei Zerth)
Immer motiviert, manchmal auch übermotiviert … (Foto: Marei Zerth)